Familienbande

Wotan Wilke Möhring privat: Wer sind seine Geschwister?

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von teleschau

Erfolgreiche Brüder: Sönke (links) und Wotan Wilke Möhring, hier 2023 bei der Premiere des Films "Caveman", stehen gelegentlich auch gemeinsam vor der Kamera.

Bild: 2023 Getty Images/Ben Kriemann


"Tatort"-Kommissar, Kiffer mit Tourette-Syndrom, Feldwebel in einem Kriegsfilm: Wotan Wilke Möhring glänzt in den verschiedensten Rollen. Auch zwei seiner Geschwister stehen in der Öffentlichkeit. Das ist die berühmte Familie.

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Der Vater ehemaliger Berufssoldat, als Kinder in der Waldorfschule, bunte Lebensläufe: Wotan Wilke Möhring und seine Geschwister haben alles andere als eine 08/15-Geschichte. Sein Bruder Sönke ist ebenfalls Schauspieler, die Schwester Wiebke ist Uni-Professorin. Einzig Hauke, der Vierte im Bunde, bewegt sich weitgehend unter dem Radar der Öffentlichkeit.

"Unser Familienverbund ist geprägt von Liebe, Toleranz und Verständnis den anderen gegenüber. Da haben unsere Eltern einen guten Job gemacht." So definiert Sönke Möhring das Miteinander unter den Geschwistern in der "Bild". Wotan Wilke, der Erstgeborene, hat es in der öffentlichen Wahrnehmung am weitesten gebracht. Seit mittlerweile 27 Jahren ist er aus Film und Fernsehen kaum noch wegzudenken.

Drehen mit Tarantino? Wotan Wilke entschied sich für Fatih Akin

Ob als ständig fluchender Adiletten-Zottel in "Lammbock", gewaltbereiter Gefangener in "Das Experiment" oder trauernder Vater in "Das Leben ist nichts für Feiglinge": Wotan Wilke Möhring liebt es, sich immer wieder neu auszuprobieren. "Inglourious Basterds" unter Kultregisseur Quentin Tarantino? Das Angebot lag vor, aber der älteste Möhring drehte 2008 lieber "Soul Kitchen" mit Fatih Akin.

Bruder Sönke, fünf Jahre jünger als Wotan Wilke, sagte indes zu. Und zog während des Drehs mit Hauptdarsteller Brad Pitt um die Häuser. Somit haben beide Hollywood-Erfahrung: Wotan Wilke hatte ein Jahr zuvor als Feldwebel Kolbe im Film "Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat" mitgewirkt. Mit Tom Cruise in der Hauptrolle.

Vater Heiko Möhring hatte einen militärischen Background

Beide Brüder als Soldaten im Kino? Da schloss sich gewissermaßen ein Kreis. Denn Vater Heiko war einst Berufssoldat bei der Bundeswehr, ehe er auf Unternehmensberatung umsattelte. Er starb 2004 bei einem Quad-Unfall vor den Augen seines Ältesten. Ein Schock, der Wotan Wilke Möhring Jahre später noch zu schaffen machte.

"Ich bin am Grab meines Vaters zusammengebrochen", gestand der Schauspieler 2018 im "Stern". "Plötzlich war der weg, richtig weg in der Urne, und ich dachte: Das kann nicht sein." Er habe ihm richtig gefehlt - "er fehlt mir immer noch", gestand er weiter.

Dass Vater Möhring offenbar Kontakte zur rechtsextremen Szene hatte, konnten sich die Kinder schwer erklären. Er habe den Vater nach dessen Tod von einer ganz anderen Seite kennengelernt, so Wotan Wilke im "Stern". Das Familienoberhaupt habe sich gleichwohl "akademisch als auch privat sehr mit der Zeit des 'Dritten Reichs' beschäftigt".

Auf der Suche nach einem Motiv vermutet der Schauspieler im "Stern": "Das war für mich immer gefühlt all das, was er nicht seinen eigenen Vater fragen konnte, weil der an der Ostfront erschossen wurde, als er selbst noch ein kleiner Junge war. Ich glaube, er hat da eine Vätergeneration glorifiziert. Mein Vater hatte nichts von seinem Vater."

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In Wotan Wilke Möhrings Elternhaus ging es "gerecht" zu

Eine Erziehung nach militärischem Vorbild, mit Zucht und Ordnung, gab es indes im Hause Möhring nicht. Alle Kinder gingen auf die Hiberniaschule in Herne, eine Waldorfschule mit viel Raum für künstlerische Entfaltung. Die 1970 geborene Wiebke wählte im Anschluss einen sehr geradlinigen Weg: Studium im Medienmanagement, Fortbildungen in den USA, heute Professorin für Online- bzw. Printjournalismus am Institut für Journalistik der TU Dortmund.

Ganz anders ihre berühmten Brüder. Wotan Wilke hatte mit der Schule nicht viel am Hut, war Punk und sah sich als "Querulant" in der Familie, wie er 2013 in einem Interview mit dem Online-Magazin ".loyal" verriet. Einsen schrieb er dennoch. Es folgte eine recht zweifelhafte "Karriere": "Autos geknackt, Hausfriedensbruch begangen, mich geprügelt - ich wusste nicht, wohin mit meiner Energie", erinnerte sich Wotan Wilke Möhring 2012 in einem "Bild"-Interview. "Ich habe einige Jugendsünden begangen, hatte aber immer einen starken, verständnisvollen Rückhalt." Er habe stets seinem Vater Rede und Antwort stehen müssen, habe ihn aber als "gerecht" wahrgenommen, wie er in dem Gespräch betonte.

Auch als junge Erwachsener hatte er und sein Bruder Sönke freie Hand. Sie sollten - und wollten - ihre eigenen Erfahrungen machen. Wotan Wilke ging für eineinhalb Jahre in die USA, arbeitete bei New York in einem Dorf für geistig Behinderte, probierte sich als Elektriker aus. Zurück in Deutschland das Unvorstellbare: Er verpflichtete sich als Zeitsoldat bei den Fallschirmjägern. "Ich war doch Punk - das Gegenteil von Obrigkeit und Gehorsam und so", sagte er gegenüber ".loyal". "Zur Bundeswehr bin ich dann dennoch, weil ich mir das anschauen wollte."

Sönke schlug sich derweil zunächst als Kinderpfleger und Werbekaufmann durch. Zum Schauspiel kamen beide erst sehr spät.

Sönke Möhring über seinen Bruder: "Wotan hat es verdient"

Die beiden bekannten Möhring-Brüder hatten schon immer ein besonders enges Verhältnis. Als Kinder spielten sie auf dem Bolzplatz, bis die Knie bluteten. Später reisten sie in die USA, teilten sieben Jahre eine Wohnung in Berlin. Und haben gemeinsam mehrere Filme gedreht. Zuletzt waren sie in der Amazon-Prime-Produktion "Miss Sophie - Same Procedure as Every Year" zu sehen: Sönke als Prince Charles, Wotan Wilke als König Edmond. Und als sein älterer Bruder 2013 zum "Tatort"-Kommissar wurde, sagte Sönke Möhring zu "Bild": "Wotan hat es verdient. Er hat so viele Jahre hart und ausgezeichnet gearbeitet."

Dass sich die beiden mal um eine Rolle zoffen müssen, hält Sönke übrigens für unwahrscheinlich, wie er in einem Interview mit "inherne" verriet: "Wir sind uns sehr ähnlich auf eine Art, aber optisch dann auch sehr anders, und dadurch auch spielerisch. Er hat ein rundes Gesicht, ich habe ein schmales, er hat blonde, ich habe dunkle Haare."

"Wer weiß denn sowas?" mit Wotan Wilke Möhring als Teamkapitän läuft von montags bis freitags um 18:00 Uhr im Ersten und ist dann zeitgleich im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.

Der nächste "Tatort" mit ihm als Kommissar Torsten Falke trägt den Arbeitstitel "Falke im roten Kreis" und wird im Laufe des Jahres 2026 ausgestrahlt.

Sönke Möhring ist am Sonntag, 1. März in "Frühling - Vergiss mein nicht" zu sehen. Der TV-Film läuft um 20:15 Uhr im ZDF. Zeitgleich ist die Episode im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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