Kennst du Lenny Williams?

Zu international? Leonardo DiCaprio sollte zu Beginn seinen Namen wechseln!

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von Annalena Graudenz

In einer Parallelwelt hätte Lenny Williams statt Leonardo DiCaprio den Oscars 2016 für die Performance in "The Revenant" bekommen.

Bild: IMAGO / Capital Pictures


Wie man zum Weltstar wird? Durch viel Talent, eine große Portion Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und auch ein glamourös klingender Name kann helfen. Leonardo DiCaprio bringt all das mit. Doch ausgerechnet von seinem echten Namen hatte man ihm anfangs abgeraten.

"And the Oscar goes to … Lenny Williams", so hätte es 2016 lauten können, als Leonardo DiCaprio endlich seinen lang ersehnten Oscar gewonnen hat. Wir können ihn uns heute zwar nicht mit einem anderen als seinem besonderen Namen vorstellen - wenn der Schauspieler auf seinen ersten Agenten gehört hätte, wäre jedoch genau das eingetreten.

Ein überraschendes Geständnis im Football-Podcast

Dass Leonardo DiCaprio heute zu den größten Stars der Filmgeschichte gehört, steht außer Frage. Er begeistert durch sein schauspielerisches Talent und sein Name klingt nach großer, weiter Welt. Umso überraschender ist eine Anekdote, die der Oscar-Preisträger gerade im Podcast "New Heights" von NFL-Star und Taylor Swifts Verlobten Travis Kelce erzählte. Zwischen Football-Talk und Gesprächen über DiCaprios neuen Film "One Battle After Another" erzählte der Schauspieler, warum sein erster Agent ihm eindringlich von seinem Namen abgeraten hatte.

"Endlich hatte ich einen Agenten gefunden, aber er meinte, mein Name sei zu fremdländisch", erinnert sich DiCaprio. "Ich fragte ihn, was er damit meine. Er sagte, dass 'die' mich so niemals engagieren. Mein neuer Name sollte Lenny Williams lauten." Zu der Zeit war der Schauspieler gerade 12 oder 13 Jahre alt.

Dieses Film-Highlight stammt aus Leonardo DiCaprios frühen Karriere

DiCaprios Vater greift ein: "Nur über meine Leiche"

Der junge DiCaprio stand am Anfang seiner Karriere und war offenbar kurz davor, dem Ratschlag zu folgen. Doch sein Vater zog eine klare Grenze - für die wir ihm heute sehr dankbar sind. "Mein Vater sagte nur über meine Leiche", erzählt DiCaprio und muss lachen. Der Name durfte bleiben und mit ihm seine italienisch-deutsche Identität, die später Teil seines weltweiten Wiedererkennungs-Wertes wurde.

Heute scheint die Vorstellung, dass Kate Winslet gemeinsam mit Lenny Williams für "Titanic" vor der Kamera stünde oder statt Leonardo DiCaprio Lenny Williams den Oscar für "The Revenant" bekommen hätte, fast absurd. Ein Name, der angeblich "zu fremdländisch" war, ziert nun schon seit Jahrzehnten Blockbuster-Plakate und ist ein absoluter Publikums-Magnet.

Ganz neu ist die Anekdote übrigens nicht. Aufmerksame Fans dürften sich erinnern: Schon 1999 hat DiCaprio die Geschichte in der "Late Show with David Letterman" erzählt. Damals war er ein frisch gebackener Superstar.


Schon mal vormerken: Die Oscars am 15. März 2026 ab 23:45 Uhr


Hollywood und die Angst vor fremden Namen

DiCaprios Geschichte ist allerdings kein Einzelfall. Gerade in früheren Jahrzehnten war es in Hollywood üblich, Namen zu "vereinfachen". Studios fürchteten, das Publikum könne sich fremd klingende Namen nicht merken oder sie als "weniger amerikanisch" wahrnehmen. So ist zum Beispiel Charlie Sheen als Carlos Irwin Estévez zur Welt gekommen und Miley Cyrus als Destiny Hope Cyrus.

Leonardo DiCaprio hätte sich einreihen können und es als Lenny Williams versuchen können. Ein Name ohne Ecken, ohne Herkunft, ohne Geschichte. Dass es anders kam, ist rückblickend ein Glücksfall - immerhin klingt sein Nachname heute nach Glamour und internationalem Flair. Und er steht für ein Kino, das Vielfalt stärker feiert denn je.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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