Hinter den Kulissen
"Erzgebirgskrimi": Redakteurin Nicola am Set ihres Lieblingskrimis
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von Nicola SchillerFan-Girl-Moment für Redakteurin Nicola: Kai Scheve spielt im "Erzgebirgskrimi" Hauptkommissar Robert Winkler.
Bild: Privat (Nicola Schiller und Manuela Mehnert)
Wie entsteht eigentlich eine Ermittlungsszene, die im Fernsehen nur wenige Minuten dauert? Redakteurin Nicola hat es am Set vom 19. "Erzgebirgskrimi" herausgefunden. Viel verraten darf sie noch nicht, aber eines steht fest: Danach sieht sie ihren Lieblingskrimi mit ganz anderen Augen.
Irgendwo im Nirgendwo, mitten im Erzgebirge: Hier wird gerade der 19. Teil der Krimi-Reihe "Erzgebirgskrimi" mit dem Arbeitstitel "Königinnen" gedreht. Als großer Fan der Reihe - und mit Familie aus der Region - freue ich mich besonders über die Gelegenheit, einen Tag am Set dabei zu sein. Was mich dort erwartet? Ein vollgepackter Drehplan, ein überraschendes Catering und jede Menge beeindruckende Detailarbeit.
Drei Hauptdarsteller:innen und ein voller Drehplan
Los geht's - für mich - um 10 Uhr. Da läuft der Dreh allerdings schon seit einer halben Stunde. Gleich bei meiner Ankunft im beschaulichen Elterlein erfahre ich: Heute stehen viele Szenen mit langen Dialogen auf dem Plan. Für das Team vor und hinter der Kamera wird es also ein anstrengender Tag. Für mich die volle Agenda aber umso spannender, denn ich darf überall dabei sein.
Besonders freue ich mich darüber, dass heute alle drei Hauptdarsteller:innen gemeinsam drehen: Mathilda Switala, Teresa Weißbach und Kai Scheve. Das komme wohl nicht so oft vor, wie mir gesagt wird. Glück gehabt!
Echte Locations statt Filmkulissen
Das Team dreht heute vier Szenen an einer Location - oder einem Motiv, wie die Profis sagen. Auch wenn ich natürlich noch nichts von der Handlung verraten darf, so viel sei gesagt: Am heutigen Drehtag wird viel ermittelt.
Als ich das Set betrete, sehe ich genau das, was ich aus den vielen Vorgänger-Filmen kenne und liebe. Ein improvisiertes Polizeibüro in einer urigen Gaststätte: Die Tische und Stühle sind zur Seite geschoben, mitten im Raum steht ein riesiges Whiteboard, voll mit Fotos des Mordopfers und der Verdächtigen sowie handschriftlichen Notizen der Ermittler:innen.
Unglaubliche Liebe zum Detail
So eine Ermittlungsszene mit Whiteboard hat seine Tücken, das merke ich schnell. Nicht nur müssen sich Mathilda Switala und Kai Scheve lange Textpassagen mit unzähligen Namen merken - hier brummt mir schon vom Zuhören der Kopf. Nein, sie halten natürlich auch ihre Überlegungen und Gedankenblitze schriftlich an besagtem Whiteboard fest.
Das bedeutet: Nach fast jedem Take muss die Tafel gereinigt und für die nächste Aufnahme neu beschrieben werden. Ist die Schrift genau wie zuvor? Sollte der Pfeil vielleicht doch woanders hinzeigen? Passt ein schwarzer Magnet vielleicht besser als ein roter?
Alle sind mit Adleraugen dabei - auch die Schauspieler:innen. Sie spulen nicht einfach ihren gelernten Text ab, sondern fragen nach: Soll ich den Satz noch einmal anders anbieten? Wäre es nicht besser, wenn ich das so sage? Diese Aufmerksamkeit für jede noch so unscheinbare Kleinigkeit beeindruckt mich.
Volles Tempo ohne Chaos
Sobald eine Perspektive im Kasten ist und der Regisseur endlich "Haben wir" sagt, verwandelt sich das Set in einen menschlichen Ameisenhaufen. Geschätzt sind hier 20 bis 30 Leute am Rödeln: Kameras werden verschoben, Lichter werden neu ausgerichtet, Requisiten umgestellt. Und das alles geht erstaunlich schnell. Jede:r weiß, was zu tun ist. Schon nach ein paar Minuten kann es mit der nächsten Einstellung weiter gehen.
Das muss auch so zügig gehen: Die wohlverdiente Mittagspause rückt näher, und der straffe Zeitplan muss unbedingt eingehalten werden.
Weiterer Set-Besuch
Überraschende Kulinarik
Gegen 12 steht das Mittagessen an. Ein veganes Spinat-Kichererbsen-Dal - ein Gericht, womit ich im Erzgebirge ehrlicherweise nicht gerechnet hätte. In einem Foodtruck vor Ort wird frisch gekocht und das jeden Tag! Normalerweise gäbe es wohl sogar zwei Gerichte zur Auswahl. Danach gibt's frisch gebackenen Kuchen, eine Teeauswahl, bei der unser Büro vor Neid erblassen würde und natürlich unlimited Kaffee - sogar aus der Siebträgermaschine. Ganz schön edel, beim "Erzgebirgskrimi".
Das ganze Team isst zusammen, auf Bierbänken und bei strahlendem Sonnenschein. Ich stelle mich natürlich ganz hinten an, schließlich sollen erst mal die zuschlagen, die hier wirklich arbeiten 😀. Nach einer Stunde Verschnaufspause geht es weiter. Schließlich ist erst eins von vier Bildern abgedreht.
Warum ich keine Schauspielerin bin
Gleiche Location, neue Szene. Dieses Mal stößt auch Försterin und Hobby-Ermittlerin Saskia Bergelt (Teresa Weißbach) dazu. Und wieder denke ich: Zum Glück bin ich keine Schauspielerin geworden. Es ist beeindruckend, was die Darsteller:innen hier leisten. Ein- und derselbe Satz muss immer wieder sitzen.
Übrigens auch, wenn es um kleine Gags geht. Der Witz muss auch bei der 100. Wiederholung funktionieren, das Gegenüber immer wieder lachen. Fünfmal, zehnmal, fünfzehnmal, bis die Szene abgedreht ist. Das ist wirklich krass.
Teresa Weißbach in "SOKO Leipzig"
Mein Fazit zum "Erzgebirgskrimi"-Dreh
Gegen 19 Uhr ist der Drehtag vorbei. Ich bin fix und fertig, obwohl ich nichts anderes getan habe als zuzuschauen, zuzuhören und mitzufiebern. Meinen allergrößten Respekt an das gesamte Team vor- und hinter der Kamera, die machen das Ganze schließlich jeden Tag. Gute fünf Wochen dauert es, bis ein etwa 90-minütiger "Erzgebirgskrimi" abgedreht ist.
Nach diesem Tag bin ich auf jeden Fall ein noch größerer Fan, als ich es bereits war. Und wenn ich den 19. Teil dann irgendwann sehe, werde ich bei jeder Ermittlungsszene an Elterlein denken.
"Königinnen": Darum geht's im 19. Teil
Für Hauptkommissar Robert Winkler (Kai Scheve) und Kommissarin Janne Böhm (Mathilda Switala) scheint der Mord an einem Notar schnell gelöst: Alle Indizien belasten den zurückgezogen lebenden Imker Peter Wagner (Benjamin Sadler): Seine Armbrust ist die Tatwaffe, die Bienen stammen von seinem Hof und kurz vor der Tat hatte er das Opfer öffentlich bedroht. Alles deutet auf einen Racheakt hin, inszeniert wie eine alte Sage über die Zeidler, die Imker des Waldes.
Während der Ermittlungen stoßen die Kommissare allerdings auf immer mehr Ungereimtheiten. Dubiose Firmengründungen über das Notariat, verschwundene Akten und ein zweiter Todesfall weisen auf ein weitreichendes Geflecht aus Korruption hin. Als Försterin Saskia Bergelt (Teresa Weißbach) giftige Ablagerungen in einem Waldstück entdeckt, scheint auch Umweltzerstörung im Spiel zu sein. Wagners Tochter Lia (Martha Haberland) will die Unschuld ihres Vaters beweisen.
Welches Verbrechen verbirgt sich wirklich hinter der mystischen Fassade der Zeidler-Legende ? Für die Ermittler beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Sie müssen verhindern, dass aus Schuld und Vergeltung eine weitere Tragödie entsteht.
"Erzgebirgskrimi": Wann kommt der neue Teil?
Der Ausstrahlungstermin des neuen Filmes "Hexenjagd" ist derzeit noch nicht klar. Fans werden sich jedoch bis 2027 gedulden müssen.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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