Schauspieler-Dynastie

Warum "Ostfriesenkrimi"-Star Tom Radisch sein eigenes Süppchen kocht

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von teleschau

Seitenwechsel: Im "Tatort: Fiderallala" war Tom Radisch noch der Mörder - jetzt spielt er in den "Ostfriesenkrimis" den Kommissar.

Bild: WDR/Thomas Kost


Vom Mörder zum Ermittler: Tom Radisch wandelt als Schauspieler von einem Extrem zum anderen und spielt in "Ostfriesentotenstille" nun zum zweiten Mal den Kommissar Frank Weller. Er bleibt damit einer Familientradition treu.

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Im letzten Münsteraner "Tatort: Fiderallala" spielte Tom Radisch im letzten Jahr noch den Bösewicht und Mörder. Am Samstag, 28. März, ist er ab 20:15 Uhr im ZDF und über den Livestream auf Joyn in "Ostfriesentotenstille" zum zweiten Mal als Kommissar Frank Weller zu sehen.

Mit dem Job als Ermittler führt Radisch eine Familientradition fort. Denn schon sein Vater wurde zu einer Ermittler-Legende: Tom Radisch ist der Sohn von Andreas Schmidt-Schaller. Der heute 80-Jährige wurde noch zu DDR-Zeiten als Leutnant Thomas Grawe in der Krimireihe "Polizeiruf 110" zum Star. Nach der Wende gelang ihm das im wiedervereinten deutschen Fernsehen erneut: 21 Jahre lang war er Hauptkommissar Hajo Trautzschke, der Chef der "SOKO Leipzig".

Als Tom Radisch 1982 in der sächsischen Kleinstadt Großröhrsdorf zur Welt kam, startete sein Vater gerade als junger Schauspieler durch. Als Tom in die Schule kam, war Andreas Schmidt-Schaller bereits durch seine Rolle in "Polizeiruf 110" zum DDR-Star geworden. Als sich Radisch dann selbst für die Schauspielerei interessierte, war sein Vater auch im wiedervereinten Deutschland populär. Radisch hätte das familiäre "Vitamin B" also nutzen können. Machte er aber nicht. "Diesen Weg bin ich ganz alleine gegangen. Ich musste mich wie die meisten anderen an der Schauspielschule bewerben und durchboxen", verriet er einst der "SuperIllu".

Tom Radisch entstammt einer Schauspieler-Dynastie

Nicht nur sein Vater ist Schauspieler. Auch sein jüngerer Halbbruder Matti Schmidt-Schaller (Jahrgang 1996, "Zwei Frauen für alle Felle") und seine jüngere Halbschwester Petra Schmidt-Schaller (45, "Die Toten von Marnow") landeten in der Branche.

Dass Tom Radisch nicht den bekannten Nachnamen, sondern den seiner unbekannten Mutter trägt, habe auch Vorteile, sagte er im "SuperIllu"-Interview. "Ich finde es tatsächlich ganz angenehm, dass man mich nicht gleich mit der Schmidt-Schaller-'Schauspieldynastie' assoziiert und die üblichen 'Du bist doch ...'-Fragen kommen. Ich kann in Ruhe mein Süppchen kochen."

Und das tut er äußerst erfolgreich. Seit seinem Debüt im Fernsehfilm "Küss mich, wenn es Liebe ist" im Jahre 2008 war er an über 40 TV- und Filmproduktionen beteiligt. Sein TV-Debüt gab er während seines Studiums  an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Danach galt zunächst dem Theater sein Hauptaugenmerk. Er trat unter anderem am Deutschen Theater Berlin, dem Münchener Residenztheater und bei den Nibelungenfestspielen in Worms auf.

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Wenn der Vater mit dem Sohne in "SOKO Leipzig" spielt

Seit 2012 war er dann durchgängig in jedem Jahr im Fernsehen zu sehen. Er spielte vier Jahre lang in der Serie "Familie Dr. Kleist" und hatte Episodenrollen in Erfolgsreihen wie "Der Bergdoktor", "Inga Lindström", "In aller Freundschaft" und "Die Bergretter". Besonders häufig war er aber in Krimireihen zu sehen: "Der Alte", "Morden im Norden", "München Mord", "Notruf Hafenkante", "Kommissarin Lucas". Und: Radisch hatte auch sechs "SOKO"-Einsätze. Zwei in "SOKO 5113", je einen in Hamburg und Stuttgart und zwei in Leipzig. Der erste, 2016 in "SOKO Leipzig: Das Horrorhaus", war besonders.

Denn da spielte sein Vater mit, der einzige gemeinsame Auftritt vor der Kamera. Radisch erinnerte sich im "SuperIllu"-Interview: "Mein Vater führt den Täter ab, sie setzen sich ins Polizeiauto und fahren davon. Unter den Bewohnern, die dabei zugucken, befinde ich mich, der zwischenzeitlich auch unter Mordverdacht stand. Man sieht uns nur ganz kurz zusammen. Genau deswegen ist das aber irgendwie ein poetischer Moment für mich - und viel schöner, als wenn er mich klassischerweise verhört hätte."

Tom Radischs Tochter zeigt auch schon Schauspiel-Interesse

Mit seinem Vater habe er eher ein "freundschaftliches Verhältnis", das sich nicht über die Arbeit definiere. "Wir reden nicht permanent über die Schauspielererei. Er guckt sich natürlich auch schon mal was von mir an, und ich spürte auch bereits seine Hand auf meiner Schulter, hörte ihn sagen: 'Gut gemacht!' Das sind richtig schöne Momente." Sie stehen sich auch heute noch nah. Radisch lebt mit seiner Familie in Berlin, der Vater in einem Pflegeheim südöstlich der Hauptstadt.

Über Tom Radischs Privatleben ist wenig bekannt. Er ist liiert und hat eine Tochter, wie er im "SportIllu"-Interview erzählte. Und offenbar hat der jüngste Spross der Schauspieler-Dynastie auch Talent und Interesse am "Familien-Beruf": "Sie ist ein sehr lebhaftes, aufgewecktes kleines Fräulein - und quasi von Anfang an dabei in der 'Künstlerszene'. Sie war schon viel im Theater mit meiner Frau und mir. Als sie drei Jahre alt war, haben wir mal zusammen 'Die Dreigroschenoper' geguckt. Sie war so fasziniert von den Liedern, dass wir diese monatelang zu Hause singen mussten."


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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