Wettkampf um das Ticket nach Wien
"Vienna Calling": Wer singt für Österreich beim 70. Eurovision Song Contest?
Veröffentlicht:
von Marlene Sofie WeissböckBei "Vienna Calling - Wer singt für Österreich" treten die Top 12 Talente für die Live-Show zum nationalen Vorentscheid am 20. Februar gegeneinander an.
Bild: ORF
Alle Augen sind derzeit auf die potenziellen ESC-Teilnehmer für Österreich gerichtet. Nach großen Erfolgen wie Conchitas Sieg 2014 und JJs Gewinnerauftritt im letzten Jahr, sollen nun andere Sänger:innen zum Zug kommen. Soweit, so spannend – doch damit nicht genug: Denn erstmals seit 2016 darf wieder das Publikum bei einem Vorentscheid mitentscheiden, wer Österreich beim ESC vertreten darf. Hier findest du einen Überblick über alle Teilnehmer:innen.
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Die Show
Anna-Sophie – die Pop-Rock-Sängerin aus der Südsteiermark
Die Pop-Rock-Sängerin Anna-Sophie beweist, dass englischsprachige Musik nicht zwangsläufig aus dem Ausland kommen muss, sondern ebenso gut aus der Südsteiermark stammen kann. Ihr bisheriger Erfolg gibt ihr dabei recht, denn mit Radio-Hits wie "Attack Without Warning", "Insanity" und "Breathe" hat sie über 20 Millionen Streams auf Spotify erreicht. Ihre Songs landen unter anderem in der renommierten Spotify-Frankreich-Playlist Nouveautés Pop und stehen dort Seite an Seite mit internationalen Stars wie Olivia Rodrigo und Ed Sheeran. In ihren Kompositionen verarbeitet die 25-Jährige unterschiedliche Lebensphasen und persönliche Erfahrungen, mit denen sie sich stark identifiziert, so die Sängerin.
Ihre Vorentscheid-Nummer "Superhuman" hat sie geschrieben, um sich selbst Mut zu machen und neue Freude zu schöpfen. Die Botschaft dahinter: Kein Traum ist zu groß, kein Ziel unerreichbar. Ob ihr dieses Lied das Ticket zum Contest sichert, entscheidet sich am 20. Februar.
Anna-Sophie will mit "Superhuman" auf die große Bühne:
Bamlak Werner – die Jazz-Sängerin mit äthiopisch-österreichischen Wurzeln
Die 24-jährige Sängerin Bamlak Werner ist im Alter von drei Jahren aus Äthiopien adoptiert worden und ist in Kärnten aufgewachsen. Schon früh hat die ausgebildete Gesangspädagogin ihre Begeisterung für klassische Musik entdeckt, sie hat Geige und Flöte gelernt und Ballett getanzt. Über Gesang und Tanz hat Bamlak Werner schließlich ihre Leidenschaft für Jazz-Musik gefunden. Wenn sie nicht gerade mit ihrer Band "kelagBIGband" auf der Bühne steht, ist sie als Songwriterin und Moderatorin tätig. Außerdem begeistert sie unter dem Namen "Cloudhead" täglich tausende Menschen auf TikTok mit ihren Beiträgen.
In ihrem Song "We Are Not Just One Thing" thematisiert sie ihre äthiopischen und österreichischen Wurzeln und bewirbt sich damit um einen Startplatz für Österreich.
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Bamlak Werner: Mit Jazz-Musik auf die Song Contest Bühne?
Cosmó – der erfahrene TV-Castingteilnehmer aus Graz
Benjamin Gedeon, besser bekannt unter seinem Künstlernamen "Cosmó", ist mit 19 Jahren der jüngste ESC-Anwärter bei "Vienna Calling". Seine musikalische Laufbahn hat an der Zentralmusikschule Neusiedl am See begonnen. Seit er 13 Jahre alt ist, vertieft er sein Talent durch professionellen Gesangsunterricht. Gemeinsam mit seinem Grazer Wegbegleiter und Gitarristen Sandro möchte er nun gegen die anderen Talente antreten. Seit drei Jahren schreiben die beiden zusammen mit ihrere Live-Band eigene Songs. Im März 2023 stehen sie mit ihren ersten Eigenkompositionen im Wiener Café Carina erstmals live auf der Bühne.
Bereits 2022 stellt Cosmó sein Können einem breiten Publikum unter Beweis. Bei der Gesangsshow "The Voice Kids" hat er es im Team von Coach Alvaro Soler sogar bis ins Finale der zehnten Staffel geschafft. Mit seinem aktuellen Song "Tanzschein" will er gegen die Tanzmüdigkeit in den Clubs ansingen und frischen Schwung auf die Bühne bringen.
Cosmó und sein Grazer Wegbegleiter Sandro im Interview:
David Kurt – der Folk, Rock und Popsänger aus Wien
Der 26-jährige Wiener David Kurt ist mit klassischer Musik aufgewachsen. Erst mit 16 Jahren beginnt er, sich intensiver mit Popmusik zu beschäftigen. Nach seinem Studium an einer Musikuniversität gründet er eine eigene Band. Heute bewegt sich sein Stil zwischen Folk, Rock und Pop. Sein Wettbewerbs-Beitrag trägt jedoch auch deutliche Balladen-Elemente in sich.
Mit dem melancholischen Song "Pockets Full of Snow" möchte er Publikum und Jury begeistern.
David Kurt will mit "Pockets Full of Snow" durchstarten:
Frevd – die Heavy-Rock-Band mit ungewöhnlicher Vorgeschichte
Die fünfköpfige Band Frevd beginnt ihre Geschichte alles andere als klassisch. Ein Talent-Scout hat sie direkt angesprochen und gefragt, ob sie sich für den Vorentscheid bewerben möchten. Schon länger haben die Freunde darüber nachgedacht, gemeinsam Musik zu machen. Der ESC bietet schließlich die perfekte Gelegenheit, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.
Mit ihrem Auftreten und ihren Songs rückt die Band das Thema mentale Gesundheit ins Rampenlicht. Ihr Name "Frevd" ist eine Hommage an den Psychoanalytiker Sigmund Freud , und in ihrer Musik werden Träume auf kreative Weise verarbeitet. Bekannt ist die Band zudem für ihr markantes Erkennungszeichen: das Tragen von Masken, das ihren Auftritten eine geheimnisvolle Atmosphäre verleiht.
Mit ihrem Song Contest-Song "Riddle" verbindet Frevd Heavy-Rock mit philosophischen Elementen.
Schafft es die Band "Frevd" mit einer Freud-Hommage zum Sieg?
Julia Steen – die Deutsch-Pop-Country Sängerin aus Kärnten
Die 23-jährige Kärntnerin Julia Wastian, die unter dem Künstlernamen Julia Steen auftritt, möchte mit ihrem deutschsprachigen Song "Julia" die ESC-Bühne erobern. Bereits seit ihrem elften Lebensjahr wird sie gesanglich ausgebildet. TV-Erfahrung bringt sie ebenfalls mit, denn mit 14 Jahren stand sie bei "The Voice Kids" vor der Kamera und 2021 erreichte sie beim österreichischen Erfolgsformat "Starmania" sogar das Finale.
Mit "Julia" setzt sie auf eine gefühlvolle Mischung aus Deutsch-Pop und Country-Elementen, mit der sie Fans und Fachleute überzeugen will.
Mit ihrem Deutsch-Pop aus Kärnten startet Julia Steen beim Wettbewerb:
Lena Schaur – die Blues- und Soul-Sängerin aus Tirol
Die 23-jährige Lena Schaur aus Tirol tritt mit ihrem bluesig-souligen Pop-Song "Painted Reality" im Wettbewerb an. In dem Titel verarbeitet sie das Streben nach Perfektion und den inneren Druck, sich vor anderen verstellen zu wollen. Zur Musik findet Lena bereits in ihrer Kindheit. Damals erklärt sie ihrer Mutter entschlossen, dass sie unbedingt Gitarre lernen möchte. Seitdem ist Musik für sie ein wichtiger Ausdruck und ein Ventil, um Emotionen zu verarbeiten. Abseits der Bühne widmet sich die 23-Jährige einem eher ungewöhnlichen Hobby, und zwar der Astrophysik. Wenn sie nicht gerade an neuen Songs arbeitet oder zur E-Gitarre greift, beschäftigt sie sich mit den großen Fragen des Universums und liest Fachliteratur über Astronomie.
Ihre Begeisterung für den Song Contest ist schon früh entflammt. Besonders geprägt hat sie der Sieg von Lena Meyer-Landrut mit "Satellite", mit dem sie 2010 den Pokal für Deutschland geholt hat. Nun möchte Lena Schaur mit ihrem E-Gitarren-lastigen Song "Painted Reality" Österreich beim weltweit größten Musikwettbewerb vertreten.
Wird Lena Schaur Österreich mit "Painted Reality" repräsentieren?
Nikotin - der Glam-Pop-Rocker mit Bohemien-Punk-Attitüde aus Wien
Der Sänger Niko Totenberg, der unter dem Künstlernamen "Nikotin" auftritt, geht mit einem der vermutlich düstersten Beiträge ins Rennen des österreichischen Vorentscheids. Sein Bewerbstitel "Unsterblich" ist seinem Vater gewidmet, den er im vergangenen Jahr verloren hat. Dieser schwere Verlust soll den Glam-Pop-Rocker mit Bohemien-Punk-Attitüde tief geprägt haben. Es ist eine emotionale Intensität, die sich auch in seinem Song widerspiegelt. "Unsterblich" vereint sphärische Engelschöre mit kraftvollen Beats und entfaltet dabei eine beinahe cineastische Dramaturgie. Hinter Nikotin steht zudem prominente Unterstützung: Sein Manager ist Horst Bork, jener Musikmanager, der einst die Karriere von Falco begleitete.
Mit markanten Zeilen wie "Dicke Luft in der Ahnengruft" oder "Herzlich willkommen in den Wiener Katakomben" will Nikotin die Jury überzeugen und sich so den Weg zur großen Bühne ebnen.
Schafft es Nikotin mit einem düsteren Song zum ESC?
Philip Piller – der Deutsch-Pop-Sänger mit Statistik-Tricks
Der Sänger Philip Piller ist ein echter ESC-Kenner. Er hat sämtliche Auftritte der vergangenen Jahre genau verfolgt und sogar eigene Statistiken zu den Erfolgschancen erstellt. Nun möchte der 30-Jährige selbst am Wettbewerb teilnehmen und im Idealfall in die Fußstapfen von ESC-Sieger JJ treten. Für den Vorentscheid hat der Sohn eines Malers den Titel "Das Leben ist Kunst" geschrieben. Besonders wichtig war ihm dabei, den Song auf Deutsch zu performen. Seinen Berechnungen zufolge konnten nicht englischsprachige Beiträge nämlich in den vergangenen sechs Jahren sogar überdurchschnittlich gut abschneiden.
Sein Deutsch-Pop-Song für den Wettbewerb soll wie eine Achterbahnfahrt klingen, von vielfältigen Einflüssen geprägt sein und dem Wahlwiener schließlich den Sieg bringen.
Philip Piller will mit "Das Leben ist Kunst" beim Publikum und der Jury punkten:
Reverend Stomp - die Blues- und Garage-Rock-Band aus Bayern
Mit ihrem kraftvollen Blues- und Garage-Rock-Sound will die Band Reverend Stomp beim Vorentscheid aus der Masse hervorstechen. Die Musiker kommen aus dem bayerischen Ort Übersee. Frontmann Christoph Mooser und seine Bandkollegen hatten sich über den offenen Bewerbungs-Call des ORF beworben. Ihr Stil soll die raue, authentische Atmosphäre verrauchter Kneipen mit Sticker-verzierten Wänden einfangen.
Für ihren ESC-Beitrag haben sie den Song "Mescalero Ranger" extra leicht angepasst. Ursprünglich schlummerte er bereits über ein Jahr in ihrer Schublade, bevor er für den Wettbewerb auf die vorgeschriebenen drei Minuten gekürzt wurde. Der Beitrag ist aus einer persönlichen Erfahrung entstanden, die, so Mooser, wohl jeder nachvollziehen kann: Es beschreibt den Moment, in dem eine Idee oder Erkenntnis so kraftvoll ist, dass sie einen tiefgreifenden Wandel in der eigenen Persönlichkeit auslöst.
Kann sich die Band Reverend Stomp durchsetzen?
Sidrit Vokshis – der Pop-Sänger mit dem Song über seine Trennung
In seinem Song "Wenn ich rauche" verarbeitet der Wiener Sidrit Vokshi ein ganz persönliches Erlebnis und zwar seine Trennung. Doch nicht nur die Entstehung des Songs ist von emotionalen Höhen und Tiefen geprägt. Auch sein Start beim Vorentscheid ist zunächst turbulent verlaufen. Eigentlich hatte der 36-Jährige bereits eine Absage für "Vienna Calling" erhalten. Erst als die Kandidatin Tamara Flores ihre Teilnahme zurückzieht, rückt er nach. Sidrit Vokshi ist Pianist und besitzt eine außergewöhnliche Gabe und zwar das absolute Gehör, also die Fähigkeit, jeden gehörten Ton sofort exakt zu erkennen.
Musikalisch setzt er bewusst auf Zurückhaltung statt auf große Effekte. Mit seiner ehrlichen und sehr persönlichen Geschichte, begleitet nur vom Klavier, tritt er beim Wettbewerb an.
Sidrit Vokshi möchte sich mit einem Trennungssong in die Herzen der Jury singen:
Kayla Krystin – die Pop-Sängerin mit Dialekt aus Tirol
Die hauptberufliche Zahnarztassistentin Michaela Rimml singt bereits seit ihrer Kindheit. Was ursprünglich im Chor begann, setzt sie heute unter dem Künstlernamen Kayla Krystin fort. Mit ihrer Musik feiert sie mittlerweile sogar internationale Erfolge. Ihre englischsprachigen Singles werden im Radio gespielt, erreichen in Australien Platz zwei der Country-Charts und klettern in den USA auf Platz 58 der Airplay-Charts.
Für den Wettbewerb betritt die 31-jährige Teilnehmerin nun musikalisches Neuland. Mit ihrem Song "I Brenn" möchte sie erstmals mit Dialekt einen musikalischen Erfolg erzielen. Darin dreht sich alles um Feuer, Stärke und den Mut zu einem Neuanfang. Der Dialekt soll dem Lied eine unvermittelte Direktheit verleihen, die keiner Übersetzung bedarf, so die Tirolerin.
Chart-Sängerin Kayla Krystin will mit Direktheit zum Contest:
Zwölf Talente und nur ein Ticket für Österreich
"Vienna Calling" zeigt ein Österreich, das musikalisch kaum vielfältiger sein könnte. Egal ob Chart-Pop, Dialekt-Hymne oder maskierter Rock-Exzess: Am Ende entscheiden Jury und Publikum gemeinsam, wer beim ESC im Mai 2026 die rot-weiß-rote Fahne auf der großen Bühne schwenken darf. Doch eines ist jetzt schon klar: Langweilig wird es nicht.
Die Wettbewerbsshow könnt ihr live am 20. Februar ab 20:15 Uhr im ORF 1-Livestream auf Joyn mitverfolgen.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.at ('Behind the Screens' Österreich) veröffentlicht.
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