Hitze-Rekord
80 Grad Celsius: "Galileo" besucht den heißeste Ort der Welt
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von RedaktionBrütende Hitze herrscht in der Sonora-Wüste in Mexiko eigentlich fast immer. "Galileo" wagt sich an den heißesten Ort der Welt: Am Boden haben NASA-Satelliten eine Temperatur von mehr als 80 Grad Celsius gemessen.
Der heißeste Ort der Erde: Gran Desierto de Altar
Das 5.700 Quadratmeter (entspricht ungefähr 800 Fußballfeldern) große Areal der Sonora-Wüste liegt im Nordosten von Mexiko, in einem Teil, der "Gran Desierto de Altar" heißt. Dieser Bereich macht rund 1,8 Prozent der gesamten Wüstenregion aus.
In dem Gebiet ist vieles anders als im Rest der Wüste: Es gibt riesige aktive Sanddünen, die stetig ihre Form ändern, und 400 Vulkan-Kegel erheben sich über dem Untergrund. In dieser Region regnet es kaum. Hier klettern die Lufttemperaturen auf bis zu 56,7 Grad Celsius. Der heißeste Ort nicht nur in der Region, sondern auf der ganzen Welt, liegt in der Nähe des 1,5 Kilometer breiten Vulkankraters "El Elegante". Die Rekord-Temperatur von mehr als 80 Grad Celsius hat ein NASA-Satellit gemessen.
Besuchen kannst du den Ort ausschließlich zu Fuß - zumindest musst du die letzten paar Kilometer laufen. Der Grund: Es handelt sich um ein Naturschutz-Gebiet. Es gehört zum Biosphären-Reservat El Pinacate y Gran Desierto de Altar der UNESCO, also einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung. Die nächste größere Stadt Puerto Penasco liegt 80 Kilometer entfernt.
Die aktiven Sanddünen werden vom Wind stetig neu geformt und sind in Nordamerika eine Seltenheit.
Bild: IMAGO/SuperStock
Sonora-Wüste: Die wichtigsten Fakten
Die Sonora-Wüste befindet sich zwar zum größten Teil in Mexiko, erstreckt sich aber bis in die US-Bundesstaaten Arizona und Kalifornien. Es handelt sich um eine der größten Wüsten-Regionen der Welt.
Sie hat eine Fläche von 320.000 Quadratkilometern - und ist damit fast so groß wie Deutschland. Im Vergleich zur Sahara ist das allerdings klein: Die afrikanische Region misst 9,2 Millionen Quadratkilometer und ist die größte heißeste Wüste der Welt.
Die Sonora-Wüste ist nicht überall flach: Sie steigt von der Küste zum Osten hin bis auf eine Höhe von 3.000 Metern an. Dazwischen liegen Täler, teilweise mit Salzwüsten.
Trotz der Lufttemperaturen von meist mehr als 40 Grad Celsius ist Sonora gleichzeitig die feuchteste Wüste der Welt. Das liegt daran, dass sie zwei Regenzeiten hat. Jährlich fallen knapp 80 bis 500 Millimeter Regen. Gran Desierto de Altar bildet hier jedoch eine Ausnahme. Zum Vergleich: In Deutschland fallen laut Statista im Durchschnitt 770 Millimeter Regen pro Jahr.
In der Sonora-Wüste ist die Artenvielfalt groß. Bekannt ist sie für ihre bis zu zwölf Meter hohen Säulen-Kakteen, die Saguaros. Außerdem leben dort viele Tiere wie Klapperschlangen, Antilopen, Dickhornschafe, Schildkröten und Echsen.
Die Sonora-Wüste ist bekannt für die riesigen Saguaro-Kakteen.
Bild: IMAGO/Cavan Images
Wetter-Stationen und Satelliten: So messen sie Temperaturen
Normalerweise messen Wetter-Stationen die Luft-Temperatur in einer Höhe von zwei Metern über dem Boden. Das Thermometer befindet sich dabei im Schatten und nicht in direkter Sonnen-Einstrahlung.
17.500 Wetterstationen gibt es im Global Obeserving System, einem Netzwerk der World Meteorological Organization (WMO). Die Behörde gehört zu den Vereinten Nationen. Sie koordiniert die Wetterdienste der Staaten, die wiederum Wetter-Vorhersagen erstellen. Die Stationen messen unter anderem Lufttemperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und -richtung und Luftfeuchtigkeit.
Die Temperatur kann aber auch auf andere Arten erfasst werden - zum Beispiel aus dem Weltall. MODIS heißt ein satellitenbasiertes, wissenschaftliches Messinstrument an Bord der zwei NASA-Satelliten Terra und Aqua.
MODIS sammelt vielfältige Daten, zum Beispiel zu Wolken, Aerosolen, der Ausdehnung von Eis und Schnee - und zur Oberflächentemperatur. Das Instrument misst dazu die Infrarotstrahlung in verschiedenen Wellenlängen, die die Erdoberfläche oder die Ozeane abstrahlen. Diese Strahlung ist direkt proportional zur Temperatur. Komplexe Algorithmen berechnen die genauen Werte anschließend.
"Galileo" montags bis freitags um 19:05 Uhr auf ProSieben und Joyn
Heiß und heißer: Noch mehr Hitzerekorde auf der Welt
Im Death Valley (USA) kletterte das Thermometer 1913 auf 57 Grad Celsius. Gemessen wurde der Wert am 10. Juli 1913 im Furnace Creek - in der Luft.
Die zweithöchsten Lufttemperaturen der Welt registrierten die Thermometer am 7. Juli 1931 in Kebili in Tunesien mit 55 Grad Celsius.
Den Rekord für die höchste je gemessene Lufttemperatur Deutschlands hält Duisburg-Baerl. 41,2 Grad Celsius betrug die Temperatur dort am 25. Juli 2019.
Die höchste durchschnittliche Jahrestemperatur der Welt erreicht die Stadt Dallol in Äthiopien: Sie liegt bei 34,6 Grad Celsius. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt sie 10,6 Grad Celsius.
In Zukunft wird es durch den Klimawandel immer wärmer: Die globalen Durchschnitts-Temperaturen sind seit Beginn der Industrialisierung schon um 1,1 Grad Celsius gestiegen. Bis zum Jahr 2100 setzt sich das fort, sie je nach Szenario auf 1,6 bis 4,7 Grad Celsius.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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