Verlust und Neubeginn

Nach Fehlgeburten: Bärbel Schäfer spricht offen über Familienplanung

Veröffentlicht:

von Lars-Ole Grap

Moderatorin Bärbel Schäfer erlitt mehrere Fehlgeburten.

Bild: picture alliance/dpa | Arne Dedert


In der neuen Folge des Podcasts "Glow Up Your Life" von Moderatorin Katja Burkard erzählt Bärbel Schäfer von einer traumatischen Erfahrung, die ihre Familienplanung überschattete.

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Bärbel Schäfer im Podcast: Fehlgeburten, späte Mutterschaft und Probleme moderner Familienplanung

Die "Notruf"-Moderatorin Bärbel Schäfer hat lange nicht öffentlich über das gesprochen, was sie in ihrer Familienplanung durchgemacht hat. In der aktuellen Folge von Katja Burkards Podcast spricht sie jetzt über eine Fehlgeburt im vierten Monat, die bei einer Routineuntersuchung festgestellt wurde. Was als Routine-Ultraschalltermin begann, endete in einem Moment, den sie bis heute nicht vergessen hat: Der Assistenzarzt, der die Untersuchung durchführte, sei plötzlich hektisch geworden und habe den Raum verlassen. "Der wechselte die Gesichtsfarbe und rannte raus. Dann dachte ich schon, das ist jetzt aber ein sonderbares Verhalten, und er kam auch erstmal nicht wieder. Diese Minuten waren so unangenehm", schildert sie.

Für Schäfer war es nicht das erste Mal, dass eine Schwangerschaft nicht so verlief, wie erhofft. Mehrfach habe sie positive Testergebnisse gehabt, die sich letztlich nicht bestätigt hätten. "Man hatte ja manchmal zwei Striche, aber dann eben doch eine Fehlgeburt", sagt sie. Die Konsequenz: Gute Nachrichten habe sie zunächst nur mit ihrem Mann geteilt. Dass die Moderatorin erst mit 41 Jahren zum ersten Mal Mutter wurde, war nicht geplant.

Die 62-Jährige nennt als Grund auch gesellschaftliche und strukturelle Probleme, die viele Frauen ihrer Generation kennen: lange Ausbildungen und der Druck, sich beruflich zu etablieren, bevor man eine Babypause riskiert. Wer finanziell nicht abgesichert sei, könne sich eine Auszeit kaum leisten. Dazu sei für sie ein persönlicher Faktor gekommen: Sie habe schlicht erst spät den richtigen Mann getroffen. Einen, dem sie zugetraut habe, ein guter Vater zu sein und ihre Werte zu teilen.

Bärbel Schäfer über Liebe und Familienglück

Mit ihrem Mann Michel Friedman hat sie die Familie gegründet, auf die sie lange gewartet hatte. "Manchmal sagen mein Mann und ich: 'Das ist so ein Glück, dass wir uns zwar spät kennengelernt haben, aber dass wir gerade so auf den letzten Drücker noch diese Familie gegründet haben.'" Den späten Zeitpunkt hat sie nie bereut. Das Alter habe ihr eine innere Ruhe gegeben, die sie in jüngeren Jahren womöglich nicht gehabt hätte.

Ich weiß gar nicht, ob ich vorher Verantwortung hätte übernehmen können.

Bärbel Schäfer
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Auch wenn sie heute nicht mehr aktiv trauert, ganz losgelassen hat sie die Fehlgeburt nie. Bis heute fragt sie sich, wie alt das Kind jetzt wäre, was es machen würde - was für ein Mensch daraus geworden wäre. Fragen, auf die es keine Antworten gibt und dennoch immer wiederkehren.

Bärbel Schäfer und Katja Burkard über Familie, Zukunft und Sorgen

Wie unterschiedlich der Weg in die Mutterschaft verlaufen kann, zeigt der Vergleich mit Podcast-Gastgeberin Katja Burkard. Für sie sei der Moment des positiven Tests eine Art innere Verwandlung gewesen: "Ich habe das noch so deutlich vor Augen, dass ich mit diesem Schwangerschaftstest auf einmal ein anderer Mensch war." Zwei Frauen, zwei grundlegend verschiedene Erfahrungen - und dennoch blicken beide mit ähnlichen Gedanken in die Zukunft.

Katja Burkard fragt sich, ob sie fit genug sein werde, wenn ihre Kinder sie wirklich brauchen - als Oma zum. Beispiel. Bärbel Schäfer formuliert es auf ihre Art: "Sitzen wir dann schon tatterig herum und die kommen mal vorbei, machen ein Drei-Generations-Foto und hauen dann wieder ab?"


Bärbel Schäfer moderiert "Notruf"


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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