"Ronzheimer - Wie geht's Deutschland?"
"Sozialschmarotzer": Paul Ronzheimer stellt Gen-Z-Arbeitslosen zur Rede
Veröffentlicht:
von Claudia FrickelDer Bürgergeld-Bezieher Yannis zeigt stolz sein T-Shirt.
Bild: Sat.1
Als "Deutschlands bekanntester Arbeitsloser" bezeichnet sich Bürgergeld-Empfänger Yannis Berkard. Der 26-Jährige zelebriert sein Nichtstun bei Instagram und TikTok. Reporter Paul Ronzheimer findet das "ziemlich egoistisch" – und fühlt dem Mann auf den Zahn.
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"Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland?" auf Joyn
Der "Arbeitslose des Jahres" freut sich, dass er viel Zeit hat
"Matcha trinken mit der Ex, arbeitslos sein und einfach das Leben genießen": So heißt es in einem der Clips, die Yannis Berkard aus Hannover bei TikTok veröffentlicht. Viele seiner Videos mit Hashtags wie #stayarbeitslos starten im Bett. Sein Wecker klingelt erst um 14 Uhr. Später sitzt er auf dem Balkon und am See, dann kickt er Fußball.
In anderen Clips rankt der 26-Jährige Supermärkte aus Sicht eines Bürgergeld-Empfängers. Aber meist filmt er sich selbst beim Chillen und Spaßhaben – oder zeigt seinen fast leeren Kühlschrank. Yannis hat seit neun Monaten keinen Job und lebt von 563 Euro Bürgergeld. Strom und Heizung zahlt das Amt ebenfalls, die Wohnung hat ihm seine Oma geschenkt. Ganz klar: Mit seinem Content und seinen Sprüchen will er provozieren:
Die meisten nennen mich Deutschlands faulsten Arbeitslosen.
Das zeigt er auch mit seinem T-Shirt, das er stolz zur Schau stellt: In goldener Schrift steht darauf "Arbeitsloser des Jahres", darunter ist ein Pokal abgebildet. Das Shirt trägt er auch, als Paul Ronzheimer ihn für seine SAT.1-Reportage-Reihe "Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland?" zu Hause besucht.
Yannis erzählt ihm, dass er als selbstständiger Videoregisseur und Content Creator "kurz vor dem Burn-out" stand und darum "mehr entspannt" habe. Dann sei er langsam in die Erwerbslosigkeit reingerutscht. Jetzt freut er sich, dass er "mehr Zeit hat, unter anderem für Sport".
Aber für seine Videos bekommt er auch viel Hass ab. "Geh arbeiten und lieg uns nicht auf der Tasche", kommentiert jemand. Ein anderer schreibt: "Geh arbeiten, dann hast du Geld."
Paul Ronzheimer konfrontiert den TikToker: "Wenn alle sagen: Du bist ein Sozialschmarotzer und liegst dem Staat auf der Tasche, macht das gar nichts mit dir?" Yannis antwortet trocken: "Ne, eigentlich nicht. Ist mir relativ egal."
Der Reporter findet das "ziemlich egoistisch", weil Yannis "fit und gesund" ist und arbeiten gehen könnte. Er sagt:
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An seiner Einstellung ärgert mich, dass er findet, ihm stehe das zu. So funktioniert eben das Gemeinschaftssystem nicht.
Was meint Yannis dazu, dass die Bundesregierung den Druck auf Bürgergeld-Empfänger:innen erhöhen will? "Das unterstütze ich nicht", ist seine Antwort. Allerdings sieht er seine Arbeitslosigkeit eher als "temporären Zustand".
Wie "Deutschlands bekanntester Arbeitsloser" wohnt, was seine Eltern zu seinem Lebensstil sagen und warum Paul Ronzheimer zum Schluss kommt, dass Yannis "ein wenig den Überblick verloren hat", siehst du in der Reportage auf Joyn.
Der Journalist trifft für "Wie geht’s, Deutschland?" aber auch weitere Bürgergeld-Empfänger:innen mit ganz anderen Geschichten.
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Bürgergeld beziehen ist "der reinste Horror"
Der gelernte Maurer Frank Löper bekommt seit 2019 Unterstützung vom Staat, weil er wegen eines Rückenleidens nicht mehr als Maurer und Fliesenleger arbeiten kann. "Es fühlt sich schlimm an und ist der reinste Horror, Bürgergeld zu bekommen", sagt der 47-Jährige. Denn er will unbedingt arbeiten und schreibt Bewerbungen. Aber nur selten bekommt er überhaupt Antwort.
"Vom angeblich gemütlichen Leben eines Bürgergeld-Empfängers ist hier wenig zu sehen", sagt Paul Ronzheimer nach einem Besuch bei dem Gelsenkirchener. Auch die alleinerziehende Mutter Dilan Daod möchte lieber arbeiten, als Bürgergeld zu bekommen. Die 24-Jährige hat jedoch keinen Kita-Platz für ihren dreijährigen Sohn. Ihre Lage stuft sie als "ziemlich schwierig" ein.
Wie sich die Situation für Yannis Berkard, Frank Löper und Dilan Daod entwickelt, wie kriminelle Banden das Bürgergeld ausnutzen und wie Paul Ronzheimer bei einem Experiment versucht, Menschen in Arbeit zu bringen, siehst du in seiner Reportage.
"Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland?“ immer dienstags ansehen
Die zweite Staffel von "Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland?“ läuft ab 24. Februar 2026 immer dienstags um 20.15 Uhr auf SAT.1. Außerdem kannst du die Sendungen im Stream auf Joyn schauen. Nach der ersten Episode zum Thema "Bürgergeld" geht es mit "Jugendkriminalität", "Migrations-Wende", "Bürokratie-Wahnsinn" und "Die Rechte Mitte" weiter.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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