Sie drehte mit dem Sohn von David Bowie
Im "Tatort" wird's persönlich: Seyneb Saleh spielt die Ex von Edin Hasanović
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von teleschau2025 wurde Seyneb Saleh mit dem Deutschen Schauspielpreis ausgezeichnet - und erschien zur Gala in einem "Naked Dress", den sie mit einem schwarzen Blazer kaschierte.
Bild: 2025 Getty Images/Ben Kriemann
Mit rund 25 Film- und TV-Produktionen ist Seyneb Salehs Karriere noch vergleichsweise überschaubar. Ihre Präsenz auf der Leinwand ist aber umso eindrucksvoller. Wer sie einmal spielen sah, vergisst sie nicht.
Die habe ich doch schon mal gesehen? Mit dieser Reaktion von Mitmenschen wurde Seyneb Saleh schon oft konfrontiert. Man sagte ihr nämlich häufig, dass sie aussähe "wie die junge Winona Ryder". Das nimmt die 38-Jährige gerne als Lob. Freunde der guten Schauspielleistungen (an)erkennen Saleh allerdings schon lange für ihre außergewöhnlichen eigenen Darbietungen.
Das dürfte am Sonntag, 22. März, im "Tatort: Fackel" nicht anders sein. Saleh mimt die Ex-Freundin des neuen Frankfurter Kommissars Edin Hasanović und spielt in dessen drittem Fall eine wichtige Rolle. Sie will die Ursachen (und Schuldigen) für einen Großbrand ermitteln, bei dem vor fünf Jahren ihre Mutter ums Leben kam. Dafür sucht sie Hilfe bei ihrem Ex, der mit seiner Partnerin Maryam Azadi (Melika Foroutan) die Ermittlungen wieder aufnimmt. Mit Folgen: Dieser Cold Case wird schneller heiß, als allen lieb ist.
Eine weitere sehr starke Rolle für Seyneb Saleh bei ihrem ersten "Tatort"-Einsatz. Und starke Rollen - da gab es schon einige.
Schon als Kind spielte Seyneb Saleh Filmklassiker nach
Seyneb Saleh kam 1987 als Tochter eines irakischen Apothekers und einer deutschen Lehrerin im württembergischen Aalen zur Welt, wuchs aber vor allem in Königswinter, dann in Casablanca (Marokko), Solingen und Bremen auf. Die meist väterlicherseits berufsbedingten Schulwechsel nahm sie gelassen. Sie habe daraus keine Traumata erfahren, sondern eher Stärken mitgenommen, berichtete sie 2022 im "Harper's Bazaar Podkalender". Es habe sie "flexibler und offen für Neues" gemacht, zudem habe sie erkannt: "Das Leben ist Wandel."
Das galt nicht für ihre berufliche Ambition. Sie wusste früh, dass sie Schauspielerin werden wollte. Eine der frühestens Erinnerungen sei das Fernsehgerät gewesen. "Ich war fasziniert von dem Kasten, aus dem so bunte Bilder kamen." Ihre Mutter erklärte ihr, was sie da sah und dass es Unterschiede zwischen Realität (Nachrichtensendungen - "das passiert wirklich") und Fiktion (Filme - "das ist nicht echt, die spielen nur") gibt. Und für Klein-Seyneb stand schnell fest: "Ich will auch spielen." Sie tat es erst zu Hause, denn da wurden von den Eltern viele Filme geschaut. "Charlie Chaplin, Peter Sellers - und ich hab's nachgespielt, wie eine Verrückte."
Seyneb Saleh drehte mit Elyas M'Barek und dem sexiesten Mann Schwedens
Nach dem Abitur studierte sie von 2008 bis 2012 Schauspiel an der Universität der Künste Berlin und machte schon währenddessen erste Erfahrungen auf Theaterbühnen und vor der Kamera. Nach ihrem Debüt im Kurzfilm "Diesmal ist es anders" (2009) bekam sie schon 2010 eine Hauptrolle in der Dreiecksgeschichte "Das rote Zimmer" (2010) und war 2012 neben Nora Tschirner und Elyas M'Barek in der Chaos-Komödie "Offroad" zu sehen.
Ihre Karriere nahm mit Festanstellungen an den Theatern Graz und Wien sowie Rollen in Filmen (etwa Die Lügen der Sieger) Fahrt auf und 2016 kam der Durchbruch. Eines der vielen Casting-Interviews wurde von einem überraschenden Erfolg gekrönt: Sie wurde für die weibliche Hauptrolle im dystopischen Netflix-Thriller "Mute" an der Seite des fünffachen "Sexiest Man of Sweden", Alexander Skarsgård, engagiert.
"Das war ziemlich, ziemlich aufregend und kam ein bisschen aus dem Nichts", erklärte sie im Podcast. Aber Regisseur Duncan Jones (der Sohn von Rock-Legende David Bowie) sah sie und sagte sofort: "Die will ich haben!" Schwieriger war's, mit dem berühmten hübschen Schweden zusammenzukommen. Was an den engen Zeitfenstern lag: "Ich flog nach New York, war zwei Stunden da, traf ihn für 20 Minuten und flog am selben Tag zurück." Aber es lohnte sich: Der Dreh mit Skarsgård und den Kollegen Paul Rudd und Justin Theroux sei "eine große Bereicherung und sehr aufregend" gewesen.
In "Jenseits der Spree" starb sie den Serientod
Es ging weiter aufwärts, jetzt auch im Fernsehen, wo sie (erst) 2018 in "Deutschland 86" und "Dogs of Berlin" debütierte. Die ersten Nominierungen folgten und 2022 die erste Auszeichnung - sie erhielt für die Leistung in dem Film "Toubab" den Deutschen Schauspielpreis. 2023 war sie für die Miniserie "Munich Games" erneut nominiert, ging aber leer aus. Dafür holte sie sich den Preis 2025 erneut. Diesmal in der Kategorie "Beste episodische Rolle" für die Episode "Nine Eleven" der ZDF-Serie "Uncivilized", die zudem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.
Die Verleihung des Deutschen Schauspielpreises 2025 blieb auch deshalb in Erinnerung, weil Seyneb Saleh in einem "Naked Dress" erschien. Die Robe aus schwarzer Spitze hatte ein durchsichtiges Oberteil mit langen Ärmeln und einen durchscheinenden Rock. "Unter dem enganliegenden Dress verzichtete sie offenbar auf einen BH und gewährte damit tiefe Einblicke", berichtete damals unter anderem die "Schweizer Illustrierte".
2021 heuerte Saleh in der Krimiserie "Jenseits der Spree" an und wurde Kay Freund, die Partnerin von Kriminalkommissar Robert Heffler. Aber schon im fünften Einsatz verließ sie Hauptdarsteller Jürgen Vogel wieder. Unter dramatischen Umständen - sie starb den Serientod. Der Karriere tat es keinen Abbruch. Die findet nach wie vor häufig auf Streaming-Plattformen statt. Zuletzt war Saleh in "Call My Agent - Berlin" (Disney+) und der Netflix-Serie "Unfamiliar" zu sehen.
Neue Kraft dank Fischen und Quallen
Seyneb Saleh lebt in Berlin. Ob sie einen Lebenspartner hat, ist nicht bekannt. Im Interview verriet sie, dass sie gerne Yoga macht, tanzt und "Joggen hasst". "Wenn man mich quälen will, dann zwingt man mich zu joggen", sagte sie. "Das gleichmäßige Tempo macht mich wahnsinnig."
Sie geht lieber zur Entspannung dahin, wo sie das Tempo selbst bestimmen kann. In Ausstellungen oder in Museen. Zum "Runterkommen" nach anstrengenden Drehs hat sie ein Geheimrezept: Sie geht ins Aquarium im Berliner Zoo. "Dann schau ich mir zwei Stunden lang die Fische und Quallen an, dann geht's mir wieder besser."
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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