Dritter Fall für Azid und Kulina

"Tatort: Fackel" sorgt für Fan-Euphorie wie schon lange nicht mehr

Aktualisiert:

von Sylvia Loth

Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanovic) ermitteln zum dritten Mal gemeinsam in Frankfurt am Main.

Bild: HR / ARD Degeto Film / Sommerhaus/Ph


Selten war das Publikum so positiv beeindruckt: Im Gegensatz zu den regelmäßigen Kritiken überschlagen sich die Social Media Kommentare über den aktuellen "Tatort" diesmal vor Begeisterung. Nur beim Ende gehen die Meinungen auseinander.

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+++ Update 23. März +++

Superlative-Sturm für Frankfurter "Tatort"

"10 von 5", "Alle Elche, die es gibt", "Die ganze Herde" - selten waren sich fast alle Zuschauer:innen so einig und so positiv eingestellt. Nicht nur das Frankfurter Team aus Kommissarin Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Kommissar Hamza Kulina (Edin Hasanovic) wurde gefeiert, auch die Story der aktuellen "Tatort"-Folge "Fackel" überzeugte. "So (!) geht Tatort und nicht anders!", schreibt ein Facebook-Nutzer.

In den Kommentaren reiht sich nicht nur Lob an Lob, es hagelt sogar Superlative. "Weltklasse", "Bester Tatort seit Jahren", "Bombastisch", "Das beste Team überhaupt". Die schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller:innen wurden gelobt. Auch die Story packte offenbar viele emotional: "Einfach ein gelungener Tatort mit einem sehr tollen, authentisch gespielten Team ohne Starallüren und geniale echte Fälle."

Laut der Programmzeitschrift "TV-Spielfilm" zeigten sich die Zuschauer:innen auf dem Social Media Channel "X" in den ersten Minuten des Krimis noch nicht so begeistert: "Wann wird's denn spannend?", beklagten sie. Und: "Jetzt dürfte gerne mal was passieren." Auch über das Ende der Folge gingen die Meinungen auseinander. Die einen bewerteten den traurigen Ausgang als positiv: "Dieser Tatort wirkt nach - erst das Thema und dann dieser Schluss!". Andere kritisieren denn Schluss als "Viel zu melodramatisch" oder fanden ihn zu konstruiert.

+++ Ursprüngliche News +++

"Tatort: Fackel" aus Frankfurt: Darum geht es

Nach "Dunkelheit" und "Licht" ermitteln Kommissarin Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Kommissar Hamza Kulina (Edin Hasanovic) in einem weiteren Cold-Case-Fall, also ein ungeklärtes Verbrechen.

Ein ungeklärter Hochhaus-Brand, 13 Todesopfer und die persönliche Verstrickung von Hamza Kulina sind die Zutaten für den neuen "Tatort" aus Frankfurt. Die Ex-Freundin Kulinas, Almila (Seyneb Saleh), kommt bis heute nicht damit klar, ihre Mutter vor Jahren in den Flammen einer verheerenden Feuer-Katastrophe verloren zu haben. Sie will endlich Gerechtigkeit, indem die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Block mit Sozialwohnungen stand binnen weniger Minuten in Flammen. Als mögliche Ursache stehen billige Dämm-Materialien im Raum, die entgegen den Vorschriften verbaut wurden. Als auch ein Untersuchungsausschuss zu keinem Ergebnis kommt, bittet Almila ihren Ex-Freund um Hilfe. Die Untersuchungen führen das "Tatort"-Duo zu dem Geschäftsführer des Baustoff-Konzerns Styvex (Stephen Luca). Der pflegt enge Verbindungen in die Politik. Je näher die Kommissar:innen der Wahrheit kommen, desto größer wird die Gefahr.

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Billiges Material als Brandursache?

Bei seinen Recherchen stößt Kulina immer wieder auf den Begriff Polystyrol, den Namen des verbauten Dämm-Materials. Das Gebäude sollte rundum energetisch saniert werden, um die Klimaschutzauflagen zu erfüllen. Laut Fachleuten ist der Einsatz unbedenklich, da es lediglich aufgeschäumtes Styropor ist. Gerade als Kulina schon aufgeben will, stößt er auf einen ungeklärten Todesfall. Rainer Beetz, der damals zuständige Materialprüfer beging wenige Monate nach der Feuerkatastrophe Suizid. Die beiden Ermittler:innen fragen sich, ob es sich wirklich um Selbstmord handelt oder der Materialprüfer ausgeschaltet werden sollte. Der Geschäftsführer der ausführenden Baufirma gerät schnell in den Fokus der Ermittlungen: Was wusste er über Rainer Beetz?

Im Visier

Steffen Böttcher, Geschäftsführer der Baufirma Styvex (Stephan Luca, l.), wird von Hamza Kulina (Edin Hasanovic, r.) zum verheerenden Hochhausbrand befragt.

Bild: HR / ARD Degeto Film / Sommerhaus / Da


Blick hinter die Kulissen

Das Drehbuch zum dritten Fall des neuen Frankfurter Duos Kulina und Azadi schrieben Sebastian Heeg und Schauspieler Tom Schilling ("Achtsam Morden" (2024), "Werk ohne Autor" (2018)). Gedreht wurde im April und Mai 2025 in Frankfurt am Main und Umgebung. Regisseur Rick Ostermann ließ sich von der Brandkatastrophe des Grenfell Towers in London im Jahr 2017 inspirieren. Er erklärt. "Uns ging es dabei nicht um eine direkte Nacherzählung oder um eine 1:1-Adaption, sondern um die emotionalen und gesellschaftlichen Dimensionen solcher Katastrophen: die Fragen nach Verantwortung, Versäumnissen, Verdrängung und den Folgen für die Betroffenen." Zudem betont er, wie wichtig die persönliche Geschichte Hamza Kulinas sei:

Seine persönliche Verbundenheit mit dem Fall und vor allem mit den Hinterbliebenen zieht ihn als Mensch in die Geschichte hinein - nicht nur als Polizist.

Rick Ostermann

Und weiter: "Genau daraus entsteht sein Dilemma, das mich besonders bewegt hat und das den emotionalen Kern des Films bildet."

Der erste Fall des neuen "Tatort"-Teams "Dunkelheit" wurde mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Die Auszeichnungen, insgesamt 16 Grimme-Preise sowie drei Sonderpreise, werden am 24. April verliehen.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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