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"Da könnte ich brechen"

Ihr Sohn hat ADHS: Moderatorin Annika Lau verteidigt Entscheidung für Medikamente

Aktualisiert:

von Lars-Ole Grap, Rebecca Niebusch

SAT.1-Frühstücksfernsehen

"Ihr Kind ist anders": Annika Lau zu ADHS

Videoclip • 06:28 Min • Ab 12


Ihr Sohn Baz hat ADHS. Im "SAT.1-Frühstücksfernsehen" erklärt Moderatorin Annika Lau, warum sich die Familie für Medikamente entschied. Im exklusiven Gespräch mit "Behind The Screens" findet die 47-Jährige nun noch deutlichere Worte über den Vorwurf, sie mache es sich "zu einfach", und rechnet mit dem Stigma um die Diagnose ab.

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Annika Lau weint oft im Auto, manchmal sogar auf offener Straße. "Das ist mein Ventil", sagte die Moderatorin kürzlich gegenüber "Gala". Für die Tränen schäme sie sich inzwischen nicht mehr. Der Grund: Ihr Sohn Baz hat ADHS. Die Herausforderungen, die damit verbunden sind, stellen die Berliner Familie täglich auf die Probe.

Im "SAT.1-Frühstücksfernsehen" hat Annika Lau mit Alina Merkau über den langen Weg zu dieser Diagnose und ihr neues Buch "Ihr Kind ist anders" gesprochen. Im Anschluss an die Live-Sendung nahm sich die 47-Jährige Zeit für die Fragen von "Behind The Screens" und sprach darüber, wie schnell andere über Kinder mit ADHS und deren Eltern urteilen.

Annika Lau über die gesellschaftliche Stigmatisierung von ADHS-Medikamenten

Im "SAT.1-Frühstücksfernsehen" erzählte Annika Lau live, wie sich die Situation ihres Sohnes in der Schule zuspitzte. Trotz Rückzugsorten und Hilfsmitteln wurde der Unterricht für Baz zur Herausforderung: Er habe auf dem Boden gelegen, gepfiffen oder sei aus dem Klassenzimmer gerannt. Schließlich traf die Familie eine Entscheidung, die Lau zunächst extrem schwerfiel: Ihr Sohn sollte Medikamente gegen ADHS bekommen. Entscheidend für die Eltern sei nur das Wohl des Zehnjährigen: "Wir wollen, dass er glücklich ist."

Dass Eltern für die Gabe von Medikamenten oft verurteilt werden, macht Lau fassungslos. Im Gespräch mit "Behind The Screens" redet die Moderatorin Klartext über Vorurteile und Eltern-Shaming: "Ich möchte, dass dieses Stigma endlich aufgehoben wird. Und dieses 'Du machst es dir einfach, du gibst deinem Kind Medikamente' - da könnte ich brechen. Wirklich brechen!"

Gleichzeitig nimmt die Moderatorin auch das Schulsystem in die Pflicht: Kinder heute anderthalb Stunden am Stück zum Stillsitzen zu zwingen, sei überholt. "Welcher Erwachsene kann das denn heutzutage schon? Wir sind nicht mehr auf dem Stand von 1990. Es muss viel mehr Bewegungsangebote geben, kleinere Klassen, mehr Fokus auf den Einzelnen."

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Annika Lau: Ihr Rat an verzweifelte Eltern

Wie lang der Weg zur Diagnose war, machte Annika Lau erstmals im Interview mit der "Bild"-Zeitung öffentlich. Bereits im Kindergartenalter habe eine Erzieherin den Satz ausgesprochen: "Ihr Kind ist anders." Jahre voller Zweifel, Arztbesuche, Wartelisten und quälender Selbstvorwürfe folgten, bis Baz' ADHS im Alter von sechs Jahren festgestellt wurde.

Anderen Müttern und Vätern, die ganz frisch mit einer solchen Diagnose konfrontiert sind, gibt Annika Lau im "Behind The Screens"-Interview einen Rat mit: "Versucht, ruhig zu bleiben. Je ruhiger ihr seid, desto besser fürs Kind." Die Moderatorin sei sich bewusst, dass das nicht einfach ist: "Es ist unglaublich schwierig, weil man seine eigenen Gefühle regulieren muss. Man fühlt sich natürlich komplett als Versager, weil man es vielleicht nicht gesehen hat und nicht weiß, was man am besten machen soll."

Die Kombination aus Medikamenten und einer festen Alltagsstruktur habe die Lage der Familie inzwischen spürbar entspannt. Sie arbeiten sich "Schritt für Schritt zurück in die Normalität", sagte Lau gegenüber "Bild". Dass die Schule schwierig bleibt, hat sie akzeptiert. Wichtiger ist ihr, was Baz mit Liebe, Ruhe und Struktur schaffen kann: "Ich glaube an ihn."

Das große Backen

Annika Lau moderiert in der 5. Staffel

"Auf die Plätzchen, fertig, backt" - es geht wieder los! Zum 14. Mal werden im Backzelt die Öfen vorgeheizt und es stellt sich die jährliche Frage: Wer wird Deutschlands beste Hobbybäckerin oder Deutschlands bester Hobbybäcker? Und wer erfüllt sich den Traum vom goldenen Cupcake und dem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro?

Verfügbar auf Joyn

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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