Er bringt Stars zum Weinen
Warum George Clooney mit diesem Regisseur nie wieder drehen will
Aktualisiert:
von Annalena GraudenzWas hat Regisseur David O. Russell bloß verbockt, dass George Clooney sich weigert, mit ihm zu arbeiten?
Bild: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Kay Blake / IPP | Italy Photo Press
George Clooney ist nicht dafür bekannt, ungefiltert über Kolleg:innen herzuziehen. Hier und da ein Seitenhieb mit einem Augenzwinkern ja, aber bei einem Namen kann sich der Schauspieler nicht zurückhalten.
Von Oscar-Jubel bis zu cholerischen Wutausbrüchen
Sympathieträger und Mr. Charming George Clooney gegen sich aufzubringen, ist schon eine Herausforderung. Ein Regisseur hat dies geschafft und nicht nur den "Ocean’s Eleven"-Star dazu gebracht, nicht mehr mit ihm arbeiten zu wollen. David O. Russell zählt zu den umstrittensten Filmemacher:innen in Hollywood. Auf der einen Seite stehen preisgekrönte Werke wie "The Fighter", "Silver Linings" oder "American Hustle" - gefeiert von Kritiker:innen und mehrfach Oscar-nominiert. Christian Bale bezeichnet ihn sogar als seinen Lieblingsregisseur.
Auf der anderen Seite steht ein Ruf, der von Wutausbrüchen, umstrittenem Verhalten am Set und persönlichen Skandalen geprägt ist. Seine eigene Nichte warf ihm 2011 sexuelle Belästigung vor, nachdem er sie beim Sport begrapscht habe. Der Regisseur gab die unsittlichen Berührungen sogar zu - angeblich aus Neugier nach ihrer Transgender-OP.
Aber schon Jahre zuvor, 2004, sorgte ein heimlich gefilmtes Video für Aufsehen, in dem Russell die Schauspielerin Lily Tomlin am Set beschimpft und mit Requisiten wutentbrannt um sich wirft. Kollegin Amy Adams berichtete später, dass sie bei der Arbeit mit ihm "fast jeden Tag geweint" habe und zog für sich die Konsequenzen, nicht mehr mit ihm zu arbeiten: "Das Leben ist wichtiger als Filme."
Selbst vor körperlichen Streitereien macht Russell keinen Halt
Auch George Clooney ist an einem Punkt seiner Karriere, an dem er in solch einem toxischen Umfeld nicht mehr arbeiten möchte. "Es geht nicht nur darum zu sagen: 'Ich mache jetzt einen großartigen Film wie Three Kings'. Wenn man dabei jedoch mit einem schwierigen Regisseur wie David O. Russell arbeitet, der allen am Set das Leben schwer macht, dann lohnt sich das für mich nicht mehr. Nicht an diesem Punkt in meinem Leben", erklärte der 64-Jährige in einem Interview mit dem Magazin "GQ".
Obwohl der Dreh zu der Kriegs-Satire schon über 25 Jahre her ist, scheint ihn diese Erfahrung bis heute geprägt zu haben. Schon 2000 bezeichnete er die Produktion in einem Playboy-Interview als "die wahrhaftig, ohne Ausnahme schlimmste Erfahrung meines Lebens." Der Grund: Russell soll Crew-Mitgliedern gegenüber immer wieder ausfallend, beleidigend und sogar körperlich geworden sein, geschubst und gedemütigt haben, sodass George Clooney einschreiten musste.
Laut Clooney eskalierte die Situation zu einem Handgemenge, bei dem der Regisseur ihm sogar einen Kopfstoß verpasst haben soll.
Ganz ehrlich, wenn er mir zu nahe kommt, werde ich ihm direkt aufs verdammte Maul hauen.
Und auch heute noch bezeichnet er ihn als "miserablen Kerl, der dir das Leben zur Hölle macht".
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Nicht der einzige Vorfall
David O. Russell scheint aber nicht nur mit Schauspieler:innen aneinander zu geraten. Bei einer Hollywood-Party soll er seinen Regie-Kollegen Christopher Nolan in den Schwitzkasten genommen haben, angeblich, weil dieser ihm einen Schauspieler "weggenommen" habe.
Ob am Filmset oder auf schicken Partys: Die Liste der Eskapaden ist lang. Für George Clooney steht jedenfalls fest, dass er nicht mehr mit David O. Russell zusammenarbeiten wird. Egal, wie gut das Drehbuch auch ist.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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