Seltener privater Einblick

"Die Toten vom Bodensee"-Star privat: Warum Gerti Drassl nicht einmal WhatsApp hat

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von teleschau

Mystische Rolle: Als Wahrsagerin Peggy Renoldi warnt Gerti Drassl in "Die Toten vom Bodensee" Kommissar Oberländer vor großem Unheil.

Bild: ZDF / Lukas Gnaiger


Von lustigen Serien wie "Vorstadtweiber" bis zu "Das Tagebuch der Anne Frank": Gerti Drassl ist bekannt für ihre Vielseitigkeit. Im Krimi "Die Toten vom Bodensee" zeigt die Schauspielerin ihre mystische Seite. So tickt die gebürtige Südtirolerin.

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"Alles!" So lautete die zunächst merkwürdig klingende Antwort von Gerti Drassl auf die Frage, was sie als Kind werden wollte. In einem Interview mit dem Online-Portal "Co-Vienna.com" vor einigen Jahren fügte sie hinzu: "Archäologin, Anwältin, Ärztin, Bäuerin, Lehrerin, Sekretärin. Ich glaube, deswegen bin ich auch Schauspielerin geworden." Die am 13. April 1978 in Eppan (südwestlich von Bozen) geborene Darstellerin ist auch heute noch vielseitig interessiert. Vor allem an Menschen und wie sie ticken.

In der Krimireihe "Die Toten vom Bodensee" ist Gerti Drassl jetzt in die Rolle einer Wahrsagerin im Schausteller-Milieu geschlüpft. Micha Oberländer (Matthias Koeberlin) und Mara Eisler (Anna Werner Friedmann) ermitteln im Mordfall an einer Schülerin auf dem Bregenzer Jahrmarkt. Diese hatte eine Tarot-Karte von Peggy Renoldi (Drassl) in der Tasche. Weiß die Kartenleserin mehr?

"Das Theater ist mein Mutterschiff", sagt Gerti Drassl

Gerti Drassl kennt man zum Beispiel aus der ORF-Serie "Vorstadtweiber", in der sie die zunächst biedere Hausfrau Maria Schneider spielt, die sich aber zunehmend emanzipiert und schließlich nach Indien auswandert. Einen ganz anderen Part hatte die Darstellerin im Kinofilm "Das Tagebuch der Anne Frank". Darin ist sie als Miep Gies zu sehen. Die gebürtige Österreicherin versteckte die Familie Frank zwei Jahre lang in Amsterdam vor den Nazis.

Beachtenswert ist ihr intensives Spiel im österreichischen Kinofilm "Persona Non Grata". In der Produktion von 2023 verkörpert sie eine ehemalige Skirennläuferin, die jahrelangen Missbrauch in ihrer Karriere aufdeckt. Der Film basiert auf der Geschichte von Nicola Werdenigg. Diese berichtete 2017 im Zuge der MeToo-Debatte in einem Interview mit der Tageszeitung "Der Standard" von strukturellem Machtmissbrauch, sexueller Gewalt und ihrer Vergewaltigung im Skisport.

Auch in zahlreichen TV-Produktionen hat die Schauspielerin mitgewirkt, darunter zweimal im "Tatort" (2009 und 2019), "Der Bulle von Tölz" oder "Die Landärztin". Zuletzt hatte sie eine Hauptrolle im Fernsehfilm "So haben wir dich nicht erzogen" an der Seite von Brigitte Hobmeier.

Wenngleich Gerti Drassl alle Genres liebt, gestand sie 2015 im Südtiroler Online-Magazin "Barfuss": "Das Theater ist mein Mutterschiff. Das ist das Erste, was ich gemacht habe, und hierher komme ich immer wieder gerne zurück."

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Gerti Drassls Leidenschaften als Kind: Ballett und "Wonder Woman"

Ihr Vater, der 2021 verstorbene Laienschauspieler Peter Drassl, nahm sie einmal mit auf die Bühne, als sie noch ein Kind war. Zunächst gehörte die Liebe der jungen Gerti indes dem Ballett. "Ich hatte drei bis viermal die Woche Unterricht. Das war sozusagen mein Haupt-Hobby", erzählte sie in dem Online-Magazin "Barfuss". Doch bereits da merkte sie, was sie daran besonders reizte:

Beim Tanzen hat mich das Erzählerische immer am meisten interessiert und ich wusste, dass ich irgendwann einmal Theater spielen will.

Gertl Drassl

Und dann gab es noch eine Superheldin aus einer 70er-Jahre-Serie. "Meine Familie in Bozen besitzt Weinberge, ich war auch viel im Wald. Wenn mein Cousin und ich beim Äpfelklauben mithelfen mussten, haben wir früher oder später immer die Lust verloren, und dann haben wir 'Wonder Woman' gespielt", verriet sie dem Online-Portal "Co-Vienna.com". Die Serie habe sie geliebt, fügte sie hinzu. Auch von der Neuverfilmung aus dem Jahr 2017 war Gerti Drassl begeistert: "Ein Actionfilm mit einer tollen Frauenfigur, die zwar hart kämpft, aber für die Liebe immer an erster Stelle steht. Das hat mich fasziniert."

Nach ihrer Matura studierte sie zunächst Kunstgeschichte in Wien, bevor sie 1998 am dortigen Max-Reinhardt-Seminar aufgenommen wurde. Im zweiten Versuch, wie sie später verriet. Nach ihrer Ausbildung wurde Gerti Drassl 2002 am Wiener Theater in der Josefstadt engagiert, wo sie bis 2017 ein festes Engagement hatte.

"Die Figur lasse ich gerne im Theater", so Gerti Drassl

Spannend an ihrem Beruf findet die Schauspielerin, in verschiedenste Charaktere einzutauchen. "Das Ausschlaggebende dabei ist, zu verstehen, wie man als die Figur in der spezifischen Situation reagiert. Nicht als Gerti", betont sie indes im "Barfuss"-Interview. Die Figur lasse sie dann gerne im Theater oder am Filmset zurück. Um dann im Privatleben wieder sie selbst zu sein.

Ihre freie Zeit verbringt Drassl am liebsten mit Reisen, gutem Essen und gemeinsamer Zeit mit ihren Liebsten, wie sie in "Co-Vienna.com" erklärte. "Das ist für mich die Essenz des Lebens: Zeit miteinander zu verbringen." Ansonsten sei ihr Leben nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. "Ich habe ein großes Verantwortungsgefühl meiner Privatsphäre gegenüber. Da kann ich einen Panzer aufbauen, weil es um Menschen geht, die ich liebe." Sie ist mit dem Schweizer Schauspieler Sami Loris verheiratet. 2011 kam ihre Tochter zur Welt.

Was sie über sich preisgibt: Sie nutzt Social Media so gut wie gar nicht. "Ich habe nicht einmal WhatsApp! In dieser Hinsicht fühle ich mich ziemlich alt. Aber mich stresst das nur, es macht mich müde und lustlos."


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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