Zum Abschied der Münchner "Tatort"-Legenden
München wie es lebt und stirbt: Die spektakulärsten "Tatort"-Fälle von Batic und Leitmayr
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von teleschauAnfang und Ende: Die legendären Münchner Hauptkommissare Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) in ihrem ersten Tatort „Animals“ von 1991 (links) und dem letzten Tatort „Unvergänglich" (rechts).
Bild: picture alliance / Sammlung Richter, BR / NEUESUPER GmbH / Hendrik Heiden
100 Fälle in 35 Jahren. Die Münchner "Tatort"-Kommissare Batic und Leitmayr ermittelten so häufig wie keine anderen Kollegen zur ARD-Primetime. Dabei schufen sie einige unvergessliche Highlights. Wir bieten: die Meilensteine der Munich Cops.
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35 Jahre im Dienst
Der Bayer sagt es so: "Aus is' und gar is' und schad' is', dass' wahr is'." Das bedeutet: "Aus und vorbei und schade, dass es wirklich so ist". So reagierten wohl alle "Tatort"-Fans auf das Karriereende der beliebten Münchner Hauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl). Aber - fast unglaublich, aber leider wahr - Batic und Leitmayr sind in TV-Rente gegangen. In den 35 Jahren ihres kriminalistischen Wirkens sorgten sie für einige spektakuläre Highlights.
Zum Abschied der Legenden findest du hier ein "Best of" der Batic-und-Leitmayr-Fälle.
Tierisches Debüt: Batic und Leitmayr starteten im Januar 1991
"Animals" (1991): Neues Jahr, neues "Tatort"-Team. Batic und Leitmayr feierten am Neujahrsabend 1991 ihre Premiere und boten starken Tobak. Eine Tierschützerin wurde brutal ermordet, nämlich von einem Rottweiler totgebissen. Die Premiere, bei der Leitmayr gleich mal von den Bösen überrumpelt und von seinem Partner Batic gerettet wurde, war dramaturgisch eher holprig, aber erfolgreich: 8,71 Millionen Fans schalteten ein und bescherten dem Ersten einen Marktanteil von 32,30 Prozent. In der Nebenrolle des Fotografen Fred Grimm war Michael Fitz zu sehen, der zwei "Tatorte" später als Assistent Carlo Menzinger einstieg und bis 2007 an Bord blieb.
"Frau Bu lacht" (1995): Batic und Leitmayr ermitteln (zum 25-jährigen Jubiläum des 'Tatorts') im Sumpf um Heiratshandel mit thailändischen Frauen und Kindesmissbrauch. Ihr 12. Fall wurde vom "Spiegel" als "Meisterwerk" und noch zehn Jahre nach der Erstausstrahlung im November 1995 "als der vielleicht der beste 'Tatort' aller Zeiten" gefeiert - und von "Chip" in die Liste der zehn spektakulärsten "Tatort"-Folgen aufgenommen. Die Episode wurde mehrfach ausgezeichnet und ist auch wegen eines besonderen Umstands einzigartig: Batic und Leitmayr finden die Täterin, die von ihrem Mann misshandelt wurde - und sorgen dafür, dass sie entkommen kann.
"Zurück in die Zukunft" mit Batic und Leitmayr
"Außer Gefecht" (2006): Das außergewöhnlichste an diesem "Tatort": Er ist der Erste, der in Echtzeit spielt. Das heißt, die Ermittlung dauert 90 Minuten und findet an einem Sonntagabend statt. Als eine Verhaftung schiefgeht, gerät Leitmayr in die Gewalt des Täters, des ehemaligen Krankenpflegers Johannes Peter Peschen, der zwölf Patienten getötet haben soll. Peschen hält Leitmayr in einem Lift des Münchner Olympiaturms gefangen. Peschen wird gespielt von Jörg Schüttauf.
"Der oide Depp" (2008): Eine Art "Zurück in die Zukunft" für Batic und Leitmayr, die Mordfälle von vor 40 Jahren aufrollen müssen. In Schwarzweiß-Rückblenden wird die Geschichte von damals nach und nach freigelegt, wobei die Vergangenheit so dramatisch ist wie die Gegenwart. "Focus" lobte den Fall als "Sternstunde des Fernsehens", die "Welt" einen "überragenden Teil der 'Tatort'-Reihe" und "Tittelbach.tv" ein "echtes TV-Schmuckstück". Kein Wunder, dass die Episode für den Grimme-Preis nominiert wurde.
Als sich Leitmayr und Batic auf dem Oktoberfest verliebten
"Nie wieder frei sein" (2010): Für diesen Fall regnete es Auszeichnungen. Vor allem für Lisa Wagner, die eine ehrgeizige Verteidigerin spielte, die am Ende zu gute Arbeit leistete und einem Mörder zum Freispruch verhalf. Wagner, die zehn "Tatorte" später als Ermittlerin Christine Lerch einstieg, erhielt (wie auch Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec sowie Regisseur Christian Zübert und Drehbuchautorin Dinah Marte Golch) den Grimme-Preis sowie den Bayerischen Filmpreis und den Deutschen Fernsehkrimipreis.
"Die letzte Wiesn" (2015): Im zweiten Oktoberfest-"Tatort" nach "A gmahde Wiesn" (2007) ging es um teilweise tödliche Anschläge mit der Partydroge Liquid Ecstasy. Besonderheiten: Die bravourös fiese Darstellung der Gisela Schneeberger als Festzeltwirtin Moosrieder und die Tatsache, dass sich Leitmayr ein bisschen verliebt. Leider ohne Happy End. 10,6 Millionen Fans schalteten ein. Witzig: In "A gmahde Wiesn" verguckte sich Batic ebenfalls in eine Verdächtige.
Der Fall, der die Ermittlerquote von Batic und Leitmayr ruinierte
"Die Wahrheit" (2016): Der 73. Münchner "Tatort" um einen scheinbar motivlosen Mord an einem beliebigen Familienvater bot eine frustrierende Neuheit: denn der Mörder blieb unentdeckt! Der wurde erst zwei Fälle später im nicht weniger dramatisch-intensiven "Der Tod ist unser ganzes Leben" ermittelt. Unwiderruflich war dagegen der Abschied von Christine Lerch (Lisa Wagner). Die verabschiedete sich am Ende von "Die Wahrheit" in Richtung FBI.
"Unklare Lage" (2020): Der Titel des 83. Münchner Falls um einen Tötungsdelikt mit vermeintlich terroristischem Hintergrund traf auch auf viele Fans zu. Die hatten am Ende, nachdem Leitmayr eine junge Frau erschossen hatte, Fragen. Hatte die Getötete tatsächlich eine Bombe im Rucksack? Zur Klärung gab es hinterher auf der "Tatort"-Facebook-Seite ein Statement. Damit spielte die Produktion mit einem Thema des Falls: der Auswirkung von Social Media auf polizeiliche Ermittlungen.
Als die Zwiebelkönigin Wolfgang Fierek an den Kragen ging
"Königinnen" (2023): Veronica Ferres spielte mit und Wolfgang Fierek gab sogar das Opfer. Der 94. Fall war hochkarätig besetzt. Batic und Leitmayr ermitteln in der Welt der Produktköniginnen und versuchen zwischen Honigkönigin, Spargelkönigin und Weißwurstkönigin herauszufinden, wer von ihnen Josef Gehrling (Fierek), den Präsident des Bavaria-Bundes, mit einem Bolzenschussgerät attackierte. Ein Motiv hatten fast alle, denn die meisten wurden von Gehrling sexuell belästigt. 8,94 Millionen Fans wurden Zeuge, dass es - Spoiler! - die Zwiebelkönigin war.
"Zugzwang" (2025): Beim Turnier von acht Schachmeistern gibt es einen Mord. Und es bleibt nicht bei einem Toten. Deshalb wird dieser Fall bei den Fans auch in zwiespältiger Erinnerung bleiben. Denn Gerichtsmediziner Dr. Matthias Steinbrecher (Robert Joseph Bartl) stirbt den völlig unerwarteten und dramatischen Serientod. "Wendungsreich, großartig gespielt, überaus kurzweilig und superb inszeniert, stimmt hier alles", lobte "n-tv".
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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