Ein Lächeln, das bleibt
Bei den Oscars übergangen: Warum Julia Roberts dennoch zu den größten Schauspielerinnen unserer Zeit gehört
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von Antje WesselsAntje Wessels schätzt Julia Roberts' Talent
Bild: Joyn Redaktion / Privat / picture alliance/United Archives | KPA / picture-alliance / Mary Evans Picture Library / picture alliance/United Archives | United Archives/Impress
Gerade erst ging sie bei den Oscar-Nominierungen leer aus. Für Filmkritikerin Antje Wessels ist jedoch klar: Auch wenn sie nicht für ihre Rolle in "After the Hunt" ausgezeichnet wird, gehört Julia Roberts bis heute zu den besten Schauspielerinnen ihrer Generation.
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Es gibt Stars und es gibt Ikonen. Schauspielerinnen, die nicht nur für einzelne Rollen gefeiert werden, sondern über Jahrzehnte hinweg das Kino prägen. Julia Roberts gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Seit den späten Achtzigern steht sie vor der Kamera, wurde zur "America’s Sweetheart" und hat es dennoch geschafft, sich immer wieder neu zu erfinden. Doch was macht sie eigentlich so besonders? Und warum funktioniert Julia Roberts auch heute noch? Und das in einer Branche, die sich selbst ständig neu erfindet? Ein Blick auf ihre Karriere liefert Antworten. Und zeigt: Es ist weit mehr als nur dieses berühmte Lächeln.
Der Durchbruch: "Pretty Woman" und der Beginn einer Ära
Als Julia Roberts 1990 in "Pretty Woman" an der Seite von Richard Gere auftrat, war schnell klar: Hier ist jemand, der die Leinwand mühelos für sich einnimmt. Ihre Darstellung der Prostituierten Vivian Ward war charmant, verletzlich und selbstbewusst zugleich. Eine Kombination, die den Film bis heute zu einem der bekanntesten Liebesfilme überhaupt macht. Doch der Erfolg von "Pretty Woman" war für die Schauspielerin Fluch und Segen zugleich. Roberts wurde über Nacht zum Superstar - und gleichzeitig auf romantische Rollen festgelegt. Viele Schauspieler:innen wären an dieser Schublade gescheitert. Julia Roberts tat es nicht.
Mit diesen Rollen machte sie sich unsterblich
Mehr als Romcom: Vielseitigkeit als Erfolgsrezept
In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren bewies Roberts eindrucksvoll, dass sie weit mehr kann als romantische Komödien. Filme wie "Die Akte", "Notting Hill" oder "Die Hochzeit meines besten Freundes" zeigten ihre Bandbreite zwischen Humor, Drama und subtiler Ironie. Der endgültige Befreiungsschlag gelang ihr jedoch mit "Erin Brockovich". Für ihre Rolle als alleinerziehende Mutter, die sich mit einem Großkonzern anlegt, wurde sie 2001 mit dem Oscar ausgezeichnet. Es ist eine Performance, die bis heute als eine ihrer stärksten gilt: roh, direkt und frei von jeglicher Star-Attitüde.
Spätestens hier wurde klar: Julia Roberts ist nicht nur eine Berühmtheit, sie ist eine ernstzunehmende Charakterdarstellerin.
Keine Rolle und keine Auszeichnung kann mich beruflich so zufrieden machen, wie ich es privat bin.
Nicht nur ein Lächeln, sondern das gewisse Etwas
Was die 58-Jährige von vielen ihrer Kolleginnen unterscheidet, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Es ist diese besondere Leinwand-Präsenz, die sie in nahezu jeder Szene trägt. Sie wirkt nahbar, ohne gewöhnlich zu sein, charismatisch, ohne unnahbar zu wirken. Oder anders gesagt: Man glaubt ihr das, was sie spielt. Egal, ob sie eine berühmte Schauspielerin in "Notting Hill", eine Anwältin in "Erin Brockovich" oder eine Frau in einer Lebenskrise verkörpert wie in "After the Hunt": Roberts verleiht ihren Figuren eine Authentizität, die selten geworden ist. Gerade in einer Zeit, in der viele Performances von Perfektion geprägt sind, lebt ihr Spiel von kleinen Brüchen, Blicken und Zwischentönen.
Und am Ende ist es genau das, was große Schauspielerinnen ausmacht. Nicht nur Rollen zu spielen, sondern sie mit Leben zu füllen. Und genau deshalb gehört Julia Roberts auch heute noch zu den besten Schauspielerinnen unserer Zeit.
Der lange Atem: Eine Karriere ohne Brüche
Während viele Stars der Neunzigerjahre irgendwann von der Bildfläche verschwanden, blieb Julia Roberts präsent. Auch wenn sie sich bewusst aus dem Rampenlicht zurückzog. Statt jedes Jahr mehrere Filme zu drehen, wählte sie ihre Projekte zunehmend gezielter aus.
In den letzten Jahren zeigte sie sich vermehrt in Serien und anspruchsvolleren Stoffen. Produktionen wie die Thrillerserie "Homecoming" oder Filme wie der exklusiv im Streaming erschienene "Leave the World Behind" beweisen, dass sie sich auch jenseits klassischer Kinorollen weiterentwickelt. Das Ergebnis ist eine Karriere, die nicht von Höhen und Tiefen geprägt ist, sondern von Konstanz. Und genau das ist in Hollywood alles andere als selbstverständlich.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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