Gemeinsam erinnern
ORF-Programmschwerpunkt am internationalen Holocaust-Gedenktag
Aktualisiert:
von Luna BasMit der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Jänner 1945 durch sowjetische Soldaten, endet zwar das physische Martyrium tausender Menschen, doch die Erinnerung an das Leid bleibt. Seit 2005 wird dieser Tag von den Vereinten Nationen als offizieller Gedenktag anerkannt und in vielen Ländern gemeinsam an die Gräueltaten des Nationalsozialismus erinnert. Auch der ORF gestaltet sein Programm in den kommenden Tagen im Zeichen des Gedenkens. Hier erfährst du, wann du welche Programmpunkte im ORF-Stream auf Joyn ansehen kannst.
Zeit, die Geschichte zu erhalten
Anlässlich des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Jänner kannst du im ORF-Stream auf Joyn einen umfassenden Programmschwerpunkt streamen.
Ein Auszug:
Eine neue "kreuz & quer"-Dokumentation gibt Einblicke in "Das Tagebuch des Abbé Stock": Im Mittelpunkt steht der deutsche Priester Franz Stock, der während des Zweiten Weltkriegs als Kriegspfarrer in Paris lebt. Trotz des Verbots führt er Tagebuch und schreibt auch über Prozesse und Hinrichtungen, durch die Besatzung der Nazis. Die Doku befasst sich mit der NS-Geschichte Frankreichs und dem lokalen Widerstand. Gleichzeitig wird der Frage nachgegangen, wie Pfarrer Franz Stock als Kriegspfarrer der Wehrmacht und Gegner des Nazi-Regimes überleben konnte.
Dienstag, 27.1. ab 23:05 im ORF 2-Livestream auf Joyn
"kreuz & quer nah dran: Erinnern und Gedenken ohne Zeitzeugen" geht der Frage des Erinnerns und dem Ableben der letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen nach. Wie kann die Geschichte erhalten werden, ohne jene Stimmen, die diese selbst erlebt haben? Karoline Thaler und Mariella Kogler widmen sich dieser Frage und tauchen in die Lebensgeschichte von Harry Merl, eines Holocaust-Überlebenden, ein. Er ist ist Psychiater und Psychotherapeut und gilt als Vater der Familientherapie in Österreich. Seine Nachkommen gehen in Schulen und bringen so jungen Menschen das nahe, was Harry aufgrund seiner Demenzerkrankung selbst nicht mehr erzählen kann.
Dienstag, 27.1. ab 23:50 im ORF 2-Livestream auf Joyn
Filmische Meisterwerke
"Die Fälscher" erzählt die wahre Geschichte von Salomon Sorowitsch, einem jüdischen Meister-Geldfälscher, der im Berlin der 1930er Jahre ein luxuriöses Leben führt. 1944 wird er verhaftet und ins Konzentrationslager Mauthausen überstellt. Dort etabliert er sich zur Schlüsselfigur eines groß angelegten Geldfälschungsbetriebs, um mit Pfund und Dollar die britische Kriegswirtschaft zu schwächen. Seine Tätigkeit stellt Sorowitsch vor ein Dilemma: Einerseits will er sein eigenes Leben und das seiner Mithäftlinge retten, andererseits befürchtet er, durch die Fälschungen den Krieg zu verlängern und somit noch mehr Leid zu verursachen.
Mittwoch, 28.1. ab 00:20 im ORF 2-Livestream auf Joyn
Die Dokumentation "zeit.geschichte - Gerechte unter den Völkern" behandelt das Schicksal der Wiener Juristin und Ärztin Ella Lingens. Für das Verstecken von Jüdinnen und Juden während der Reichspogromnacht, wird sie verhaftet und anschließend ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Als Häftlingsärztin nutzt sie ihre privilegierte Stellung und versucht ihre Mithäftlinge vor der Vernichtung zu bewahren. Nur knapp entrinnt sie selbst dem Tod, als sie an Flecktyphus erkrankt. In der Dokumentation kommt vor allem Ellas Sohn, der Journalist Peter Michael Lingens, zu Wort.
Mittwoch, 28.1 ab 23:20 im ORF III-Livestream auf Joyn

Freitag, 30.01. 20:15 Uhr
110 Min
Weitere Programmpunkte
Freitag, 30.1 im ORF III-Livestream auf Joyn
Die Wannseekonferenz, 20:15
Schindlers Liste, ab 22:05
Hasenjagd, ab 01:15

Freitag, 30.01. 22:05 Uhr
Schindlers Liste
295 Min
Nie wieder ist jetzt
Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gilt als der größte deutsche Komplex an Gefangenenlagern, in den mehr als 1,3 Millionen Menschen deportiert wurden. Von 1940 bis 1945 wird das KZ von den Nationalsozialisten als Zentrum des Völkermordes an insgesamt mehr als 1,1 Millionen Menschen inszeniert. Die genaue Zahl kann nie ermittelt werden. Den Großteil der Opfer machen europäische Jüdinnen und Juden aus, aber auch andere Minderheiten werden von den Nazis verfolgt und in den Vernichtungslagern ermordet.
Viele Menschen, die den Holocaust überlebt haben, sind mittlerweile aufgrund ihres hohen Alters verstorben. Nur noch wenige Zeitzeugen finden sich, die ihre Erfahrungen zur Zeit des Nationalsozialismus mit der Welt teilen können. Umso wichtiger ist es, diese zu konservieren und weiterhin daran zu erinnern. Denn nie wieder ist jetzt.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.at ('Behind the Screens' Österreich) veröffentlicht.




