Mütter am Limit
Zwischen Inflation und Überlastung: "Am Schauplatz"-Doku zeigt Missstände Alleinerziehender auf
Veröffentlicht:
von Luna BasAlleinerzieherin Silke beim Lebensmitteleinkauf in Freilassing/Deutschland.
Bild: ORF
Alleinerziehende Mütter zählen zu den armutsgefährdetsten Personengruppen in Österreich. Die "Am Schauplatz"-Doku "Alltag am Limit" beleuchtet die Schicksale dreier Frauen und zeigt auf, unter welchen Belastungen diese im Alltag (über)leben.
Armut ist weiblich
Rund 86% aller alleinerziehenden Personen sind Frauen, so eine Studie der "Österreichischen Plattform für Alleinerziehende". Ein Drittel von ihnen gibt an, Schwierigkeiten mit ihrem finanziellen Einkommen zu haben. Durch die steigenden Lebenserhaltungskosten verschärft sich die ohnehin bereits prekäre Situation für viele Familien nur noch mehr.
Neben dem oft durch Teilzeitarbeit bedingten niedrigeren Einkommen stellt der Wegfall des gesetzlich zugesprochenen Kindesunterhalts ein weiteres wesentliches Problem dar. Dieser hat einen essentiellen Wert, soll er doch finanzielle Entlastung ermöglichen. Dennoch wird vielen Unterhaltszahlungen gar nicht oder nur teilweise nachgegangen.
Fehlende staatliche Unterstützung, Zeitarmut sowie wenig flexible Karrieremodelle, tragen ebenfalls zu einer Verschlechterung der Situation bei.
Ein Schicksal, viele Probleme
Violetta ist alleinerziehende Mutter von 4 Kindern. 2 ihrer Söhne sind Autisten und leben somit am Spektrum - neben den alltäglichen Verpflichtungen wie Schule, Arbeit und Haushalt, bedeutet das zusätzliche Therapie-Termine, die in den ohnehin bereits vollen Terminkalender integriert werden müssen. Sie kämpft mit der Verantwortung und Überlastung, die sie alleine trägt: "Wenn nur eine Person alles zusammenhält, ist es schwierig", so Violetta.
Silke, ebenfalls Mutter von 4 Kindern, ist nach 8 Jahren Alleinerziehung ausgebrannt. Obwohl sie arbeitet, reicht das Geld am Ende des Monats nicht aus und die Familie ist auf Sozialhilfe angewiesen. "Du brauchst heutzutage fast zwei Vollverdiener, damit es sich ausgeht. Und den zweiten habe ich nicht". Das grenznahe Deutschland ermöglicht ihr, beim Wocheneinkauf Geld zu sparen - sind die Lebensmittelpreise in Österreich doch deutlich höher als in Deutschland.
Wenn ich zusammenbreche, bricht alles zusammen
Bei Alexandra beginnen die Probleme als Alleinerziehende bereits kurz nach der Trennung. Weil das Geld für einen Kredit nicht reicht, muss sie mit den Kindern aus dem gemeinsamen Haus ausziehen. Erst nach über 130 Wohnungsbewerbungen, erhält sie dank des Vereins JUNO eine Zusage. JUNO arbeitet mit gemeinnützigen Bauträgern zusammen, um leistbare Wohnungen mit passendem Grundriss für Alleinerziehende zu schaffen.
Vor den Vorhang geholt
In der Folge "Alltag am Limit" dokumentiert Nicole Kampl im ORF 2-Stream auf Joyn den Alltag von Alleinerzieherinnen in Österreich, die unter permanenter Belastung leben, und zeigt, wie sie über die Runden kommen.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.at ('Behind the Screens' Österreich) veröffentlicht.






