Warum sie stärker wirkte, als sie sich fühlte
"Total überfordert": Sarah Engels spricht über Lebenskrise
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von RedaktionSängerin Sarah Engels wird Deutschland beim Eurovision Song Contest 2026 vertreten.
Bild: Future Image
Auf den ersten Blick scheint bei Sarah Engels derzeit alles perfekt zu laufen. Die Sängerin feiert musikalische Erfolge, wird Deutschland dieses Jahr sogar beim "Eurovision Song Contest" vertreten. Auch privat wirkt ihr Leben als Mutter und Ehefrau gefestigt. Doch in ihrer Vergangenheit hatte sie auch gegen große Krisen zu kämpfen.
Meistens sieht man nur die funkelnd-perfekte Show-Welt der Stars. Dass aber auch sie mit Unsicherheiten und Selbstzweifeln kämpfen, kommt nur selten ans Licht. Außer, sie öffnen sich und teilen ihr Innenleben mit einem großen Publikum. Für diesen Weg hat sich Sarah Engels jetzt entschieden. Die Sängerin war zu Gast in der Talksendung "Deep und deutlich". Dort hat die 33-Jährige ungewöhnlich ehrlich über schwierige Kapitel ihres Lebens gesprochen.
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Frühe Zweifel und verletzende Kommentare
Schon als Jugendliche hatte Engels mit Selbstzweifeln zu kämpfen. Besonders ihr Körperbild war ein sensibles Thema. "Ich habe mich nie wirklich wohl in meinem Körper gefühlt", erinnert sie sich. Kommentare von außen verstärkten dieses Gefühl zusätzlich und trafen sie in einer ohnehin schon verletzlichen Phase. Etwas, das vermutlich viele junge Mädchen aus eigener Erfahrung kennen.
Auch ihr Auftreten nach außen spiegelte damals nicht wirklich das wider, was sie in ihrem Inneren fühlte. "Ich war eines der Mädchen, die nach außen hin immer super stark gewirkt haben - so, wie ich es auch heute tue. Nur mit dem Unterschied, dass ich das damals überhaupt gar nicht war." Diese Diskrepanz zwischen Schein und Sein hat sie noch lange Zeit begleitet.
Der Druck der Öffentlichkeit
Spätestens mit ihrer Teilnahme an "Deutschland sucht den Superstar" wurde ihr Körper erneut zum Thema - diesmal vor einem Millionenpublikum. Der ständige Vergleich mit anderen Kandidatinnen verstärkte ihre Unsicherheit.
Um dem entgegenzuwirken, entwickelte sie eine Schutzstrategie: Stärke demonstrieren - auch, wenn sie sich innerlich schwach fühlte. "Mein Rezept in der Zeit war, nach außen total stark zu wirken. Ich glaube, das ist bei ganz vielen jungen Mädels so. Gerade die, die arrogant wirken, sind eigentlich die, die am unsichersten sind. Ich war eben eine davon", erzählt Sarah Engels bei "Deep und deutlich".
Halt in der Familie
Eine wichtige Stütze war für Engels immer ihre Mutter. Sie beschreibt sie als "sicheren Hafen" und "beste Freundin". Dennoch herrschte zu Hause auch ein hoher Anspruch, der zusätzlichen Druck erzeugte.
Ich hatte nie das Gefühl, dass ich genug bin.
Diese Mischung aus Unterstützung und Erwartungshaltung prägte ihr Selbstbild nachhaltig und beeinflusste, wie sie später mit Krisen umging.
Tiefpunkt: Trennung, Verantwortung und Überforderung
Besonders einschneidend war die Zeit nach der Trennung von Pietro Lombardi, den sie während DSDS kennenlernte. Als alleinerziehende Mutter stand Engels plötzlich vor enormen Herausforderungen. Die Verantwortung, mit Anfang 20 Mutter zu sein, bedeutete für sie eine enorme Umstellung. Gleichzeitig versuchte die Sängerin, alles allein zu bewältigen, ohne Schwäche zu zeigen.
Hilfe anzunehmen, fiel ihr schwer. "Ich hätte mir niemals in diesem Moment eingestanden: 'Ey Mama, ich glaube, ich brauche dich jetzt. Ich schaffe das einfach nicht'. Ich war eigentlich noch ein Kind", so Engels.
Der Schein nach außen vs. die Realität
Trotz innerer Krise hielt Engels lange an einem perfekten Bild nach außen fest. Doch hinter den Kulissen sah es anders aus. "Es war wie so ein ganzes Haus, das über mir zusammengekracht ist." Dieses Spannungsfeld zwischen öffentlichem Image und persönlicher Realität führte zu einem Gefühl des Scheiterns. "Es war ein Gefühl von Verlieren", fasst sie zusammen.
Vorfreude auf den "Eurovision Song Contest"
Heute blickt Sarah Engels reflektiert auf diese Zeit zurück. Der Schmerz habe sie gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.
Ich musste ganz tief fallen.
Genau das habe ihr geholfen, sich selbst besser zu verstehen und neue Kräfte zu entwickeln. Mittlerweile geht sie sehr viel gelassener durchs Leben. Auch der bevorstehende ESC-Auftritt macht ihr keine Angst mehr. "Ich möchte es einfach genießen. Es wird eine einmalige Erfahrung sein", betont sie.
Dieses Grundgefühl möchte sie auch ihrer Tochter Solea mitgeben: Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit und das Gefühl, gut genug zu sein. Werte, die Sarah Engels selbst erst mühsam lernen musste.
Vergangene Folgen kannst du dir hier anschauen
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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